Michael Skuppin unterhält die Fahrgäste auf der Testfahrt.
Michael Skuppin unterhält die Fahrgäste auf der Testfahrt. (Foto: Julia Freyda)
Schwäbische Zeitung

Weitere Informationen zu Fahrkarten und den jeweiligen Fahrplan gibt es im Internet unter

www.bodo-seitenblicke.de

Auf der Strecke des bisherigen Radexpresses fahren die Freizeitzüge jetzt unter den Namen Räuberbahn und Moorbahn. Die Saison startet am 1. Mai. Mit einer Testfahrt haben Vertreter des Verkehrsverbundes Bodensee-Oberschwaben (Bodo) und der angrenzenden Kommunen am Mittwochnachmittag einen Teil der Strecke befahren.

Mit einigen Neuerungen warten die Betreiber und Eigentümer der Strecke auf: Die Bahnsteige wurden saniert, mit Sitzgelegenheit und Infotafeln aufgewertet. An jedem Sonn- und Feiertag zwischen Mai und 21. Oktober ist die Räuberbahn zwischen Aulendorf und Pfullendorf unterwegs, die Moorbahn zwischen Aulendorf und Bad Wurzach. „Bislang fuhren die Züge nur jedes zweite Wochenende. Als das Land die höhere Frequenz beschlossen hat, fühlten auch wir uns verpflichtet, die Züge mit Fahrgästen zu füllen“, sagte Frank von Meissner, Eisenbahnbetriebsleiter auf der Strecke. So wurde außer der Sanierung der Bahnsteige auch ein neues Marketingkonzept auf die Beine gestellt.

Verdoppelung der Fahrten

Es entstand die Idee der Räuber- und Moorbahn, um auf die jeweiligen Themen in den angrenzenden Gemeinden einzugehen. Auf einem neuen Internetauftritt und in kostenlosen Faltkarten erhalten Besucher Ausflugstipps in den Regionen. So entstand für beide Freizeitzüge zusammen auch das Motto Seitenblicke, da die Gäste während der Fahrt schließlich gerne aus den Fenstern schauen. Rund 3000 Fahrgäste pro Jahr nutzen das Zugangebot bislang. Mit der Verdoppelung der Fahrten hoffen die Betreiber natürlich auch auf steigende Nutzerzahlen. Von Meissner hat auch schon eine Idee, wie die Mittel verwendet werden könnten: Für den schon seit Jahren ersehnten Halt in Hoßkirch/Königsegg. „Wir sind aber auch schon auf der Suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten, um ihn endlich einzurichten“, sagte von Meissner.

Bernd Hasenfratz, der vom Bodo aus das Projekt von Anfang an mitorganisiert hat, glaubt an die Zukunft des Modells. „In den bisherigen Fahrgastzahlen sehen wir uns bestätigt. Und vielleicht kommt ja auch bald wieder gewerblicher Schienenverkehr mit auf die Strecke“, lautet die Hoffnung von Hasenfratz. Für die Freizeitzüge musste manche Hürde genommen werden. Denn 2004 stellte die Deutsche Bahn den Güterverkehr auf der Strecke von Altshausen nach Pfullendorf ein. Der Abbau der Schienen wurde verhindert, da eine Interessengemeinschaft den Abschnitt pachtete. Aber erst 2010 gab es zum Bodo-Erlebnistag wieder Pendelfahrten, seit 2011 war der Radexpress unterwegs. Um den Betrieb der Freizeitzüge auch langfristig zu sichern, kauften die Kommunen Pfullendorf, Ostrach und Altshausen der Bahn Mitte 2015 die Strecke ab.

Bei der Testfahrt von Aulendorf nach Ostrach bekamen die Teilnehmer einen Eindruck davon, weshalb die Strecke nun den Namen Räuberbahn hat. In historischer Verkleidung machte Michael Skuppin die Fahrgäste auf Wissenswertes entlang der Strecke aufmerksam und verriet manche Tricks, der sich die Räuber damals dank der zahlreichen Grenzen etwa zur Flucht bedient hatten.

Weitere Informationen zu Fahrkarten und den jeweiligen Fahrplan gibt es im Internet unter

www.bodo-seitenblicke.de

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