Pfarrheim soll barrierefrei werden

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Das Pfarrheim in Ostrach soll saniert werden. Die Kirchengemeinde hofft, im September mit den Arbeiten beginnen zu können.
Das Pfarrheim in Ostrach soll saniert werden. Die Kirchengemeinde hofft, im September mit den Arbeiten beginnen zu können. (Foto: Barbara Baur)
Schwäbische Zeitung

Die Sanierung des Pfarrheims der römisch-katholischen Kirchengemeinde Ostrach rückt in greifbare Nähe. Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am Montag einstimmig für den Bauantrag. Die Kirchengemeinde plant eine Generalsanierung des bestehenden Gebäudes. Außerdem soll der Anbau abgerissen und durch einen neuen, größeren Anbau ersetzt werden.

„Die erste Hürde ist geschafft. Jetzt muss der Bauantrag noch vom Landratsamt genehmigt werden“, sagt Klara Rundel, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Derzeit werde intensiv verhandelt, ob noch ein zweiter Fluchtweg für das erste Obergeschoss eingeplant werden muss. „Klar, es wäre sicherer, aber es ist auch mit Mehrkosten verbunden“, sagt Rundel. Seit 2011 sei die Kirchengemeinde in der Planung. „Wir hatten lange Verhandlungen mit der Erzdiözese Freiburg.“

Für das Gebäude, das Anfang der 1980er-Jahre zum letzten Mal renoviert wurde, ist eine Generalsanierung fällig. Es soll energetisch optimiert und an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden. Eine sichtbare Veränderung gibt es zum Beispiel an den Fenstern. Diese sollen größer werden. „Wir wollen mehr Licht im Saal haben und alles heller und freundlicher gestalten“, erklärt sie.

Saal behält seine Größe

Darüber hinaus soll das Pfarrheim barrierefrei werden. „Das ist uns ein ganz wichtiges Anliegen“, sagt die Vorsitzende. Schon der Eingang sei nicht geeignet für Rollstuhlfahrer. Außerdem gebe es keine behindertengerechten Toiletten. Doch gerade für die Kirchengemeinde, die sich im karitativen Bereich sehr engagiert, sei das wichtig. Denn regelmäßig treffen sich die Bewohner des Elisabethenheims und des MS-Heims Hofgut Müller im Pfarrheim. „Da sind sehr viele Rollstuhlfahrer dabei“, sagt Klara Rundel.

Das sei auch ein Grund, warum die Kirchengemeinde an der Größe des Saals festgehalten habe. „Die Diözese hatte einen Neubau vorgeschlagen, aber der wäre viel kleiner ausgefallen“, sagt sie. Doch gerade Rollstuhlfahrer benötigten mehr Platz. „Ein Rollstuhl nimmt ungefähr zwei Plätze ein“, sagt sie. „Trotzdem sollen auch Rollstuhlfahrer am Gemeindeleben teilnehmen können“, sagt Rundel und ergänzt: „Bisher ist es für sie sehr beschwerlich.“

Kosten von 1,1 Millionen Euro

Für den alten Anbau lohnt sich eine Sanierung nicht. „Er ist zu klein. Die Behindertentoiletten brauchen wesentlich mehr Platz“, sagt Rundel. Außerdem soll die Küche größer und an aktuelle Standards angepasst werden. „Wir könnten auf dem Platz, der wir bisher haben, die Auflagen gar nicht erfüllen“, sagt sie.

Für die Sanierung rechnet die Kirchengemeinde mit Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro. „Wir hoffen, dass wir vor Überraschungen sicher sind“, sagt Rundel. Wenn alles nach Plan läuft, und die die Arbeiten im September beginnen, soll die Sanierung im Herbst 2016 fertig sein.

Ein Haus der Begegnung

Das Pfarrheim wurde im Jahr 1725 erbaut. Bis in die 1920er-Jahre diente es als Scheuer. Später nannte es sich Jugendheim, war auch Treffpunkt für die Kolpingfamilie und Gesellenvereine. In den 50er-Jahren zog der Kindergarten St. Pankratius ein. Er blieb dort bis zu seinem Umzug in den benachbarten Neubau Anfang der 70er-Jahre. Im Lauf der Zeit waren dort die unterschiedlichsten kirchlichen Gruppierungen untergebracht. Zum Beispiel gab es dort Jugendräume, und auch der Kirchenchor hat dort sein Zuhause.

Anfang der 80er-Jahre wurde das Pfarrheim saniert. Damals bekam es den Anbau. Seither wurde es nicht mehr verändert. Heute ist das Pfarrheim täglich belegt, teils mehrfach. Dort treffen sich der Mutter-Kind-Kreis, die Frauengemeinschaft, Bildungswerk und Altenwerk.

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