Ostrach erhält vom Umweltminister den European Energy Award

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 Auch mit dem E-Bürgerauto und der Ladesäule am Rathaus sammelt Ostrach Punkte für den European Energy Award.
Auch mit dem E-Bürgerauto und der Ladesäule am Rathaus sammelt Ostrach Punkte für den European Energy Award. (Foto: Archiv: Julia Freyda)
Schwäbische Zeitung

Umweltminister Franz Untersteller hat am Donnerstag in Schwäbisch Hall-Hessental drei Landkreise, sieben Städte und sieben Gemeinden aus Baden-Württemberg mit dem European Energy Award ausgezeichnet – darunter auch Ostrach. Darüber informiert das Umweltministerium in einer Pressemitteilung.

Am European Energy Award beteiligt sich Ostrach seit 2016 und wird zum ersten Mal ausgezeichnet. Die Gemeinde hat sich die Erfüllung der Klimaschutzziele in mehreren Bereichen zum Ziel gesetzt und orientiert sich dabei am Klimaschutzkonzept des Landkreises Sigmaringen. Schwerpunkte sind die Senkung des gesamten Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes sowie eine Energieeffizienzsteigerung bei den gemeindeeigenen Bestandsgebäuden. „Der Klimaschutz ist für die Gemeinde Ostrach sehr wichtig. Die Natur macht unsere Region attraktiv für immer mehr Touristen und sie erhöht für unsere Bürgerinnen und Bürger das Wohlbefinden, in einem intakten Umfeld zu leben und zu arbeiten“, sagt Bürgermeister Christoph Schulz.

Die Mobilität auf der großen Gemeindefläche stellt eine besondere Herausforderung dar. Schon seit 2011 verfolgt Ostrach das Ziel, Bürgern mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten Alternativen zum eigenen Pkw zu bieten und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Der Kauf der stillgelegten Bahnlinie und die Wiederbelebung des Schienenverkehrs 2011, die Einführung eines Bürgerbusses 2014 und die Aufstellung von Mitfahrbänken 2017 waren erste Schritte. Der Bau einer Ladesäule 2017 direkt am Rathaus und die Anschaffung eines E-Bürgerautos zur Nutzung durch jeden Bürger waren wichtige Projekte im Rahmen des European Energy Award.

„Der Klimawandel ist eine Klimakrise geworden – und wir müssen alles daransetzen, dass daraus keine Klimakatastrophe wird“, betonte Umweltminister Untersteller im Rahmen der Preisverleihung. Es bräuchte auch engagierte Kommunen, die sich mit konkreten Maßnahmen vor Ort für ein besseres Klima einsetzen. Der European Energy Award zeige, dass sich die Kommunen im Land der Bedeutung des Klimawandels bewusst sind und für sie Abwarten keine Option mehr ist. In Baden-Württemberg nehmen mittlerweile 110 Städte und Gemeinden, 24 Landkreise sowie ein Gemeindeverwaltungsverband am European Energy Award teil.

Die Auszeichnung mit dem European Energy Award erhalten die Landkreise Göppingen und Tuttlingen, die Städte Aalen, Bad Wurzach, Meßkirch, Neuenburg am Rhein, Oberndorf am Neckar und Weinstadt sowie die Gemeinden Berg, Grünkraut, Königsfeld im Schwarzwald, Korb, Maselheim, Mietingen und Ostrach. Mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet werden der Enzkreis und die Stadt Schwäbisch Hall.

Neu in diesem Jahr ist der Markt der Möglichkeiten, wo jede Kommune eines ihrer erfolgreichen Klimaschutzprojekte vorstellt. Der Markt der Möglichkeiten ist darüber hinaus der ideale Ort für informellen Austausch und Netzwerken. Der European Energy Award ist ein europaweit praktiziertes Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, das der Energieeinsparung, der effizienten Nutzung von Energie und der Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien in Kommunen dient.

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