Ostrach arbeitet an Integrationsprojekt mit

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Fotomontage: Der Treff International ist eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und bekommt Unterstützung von der Integrationsbeauftr
Fotomontage: Der Treff International ist eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und bekommt Unterstützung von der Integrationsbeauftragten in Ostrach. (Foto: privat)

In ihren ersten drei Monaten hat Ostrachs Integrationsbeauftragte Martina Eisele sich schon gut eingearbeitet und einige Vorhaben auf den Weg gebracht. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellte sie ihre Aufgaben und Ziele vor. Dazu gehört auch die Teilnahme an einem landesweiten Projekt, in dem konkrete Vorhaben für eine erfolgreiche Integration entwickelt werden sollen.

Im April hat Eisele im Rathaus ihren Dienst angetreten. Die Stelle der Integrationsbeauftragten teilen sich Ostrach und Meßkirch jeweils zur Hälfte. Sie soll Ansprechpartner für Flüchtlinge, Zugezogene, aber auch Einheimische sein und unter anderem ein Netzwerk für die Integration aufbauen (SZ berichtete). Eisele ist donnerstags von 9 bis 12 Uhr in ihrem Büro im alten Rathaus in einer Sprechstunde erreichbar. „Die haben Bürger schon gut genutzt, um sich mit Vorschlägen einzubringen“, sagte Eisele.

Dialog zu Demokratie und Freiheit geplant

Dadurch und über die Zusammenarbeit mit dem Treffpunkt International sind bislang zwei Veranstaltungen geplant. Zunächst gibt es am Freitag, 28. September, einen Marktstand auf dem Wochenmarkt zum Tag des Flüchtlings mit Snacks aus verschiedenen Ländern. Gemeinsam mit zwei Syrern haben Eisele und der Treff International im Rahmen der interkulturellen Wochen auch einen Dialog geplant unter dem Motto „Demokratie und Freiheit. Zusammen Leben in Ostrach – lasst uns reden“. „Unsere Strukturen und das Verständnis von Prozessen sind den Flüchtlingen oft noch fremd, aber sie interessieren sich für vieles“, berichtet Eisele. Zweite große Aufgabe ist die Teilnahme an einem Evaluationsprojekt der Führungsakademie Baden-Württemberg. Ostrach und Meßkirch sind eine von 23 Regionen im Land, die als Projekt professionell begleitet werden. Ziel ist unter anderem, Maßnahmenpläne für Integrationsprozesse zu entwickeln. Dazu sollen vorhandene Ansätze untersucht, aber auch neue Ideen ausprobiert werden.

Zu Eiseles Aufgaben gehört auch die Unterstützung des Treffs International um Sigrid Maria Weydemann, der sich bereits seit fast 30 Jahren dem Thema Integration widmet. Über die Gruppe ist Eisele voll des Lobes. „Was die Ehrenamtlichen hier leisten ist beispiellos. Das habe ich noch in keiner anderen Gemeinde so erlebt.“ Doch auch das eingespielte Team vom Treff könne weitere Unterstützung brauchen. Denn Eisele hat bereits Ideen. Etwa einen Deutschkurs vor allem für Frauen, bei denen auch Kinderbetreuung angeboten wird. Durch die langjährige Arbeit des Treffs könnten auch ehrenamtliche Mentoren stärker eingebunden werden. „Das sind Menschen, die selber mit einem Migrationshintergrund nach Ostrach gekommen sind, und nun die Flüchtlinge unterstützen, die noch nicht so lange da sind“, sagte Eisele.

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