Musikverein Ostrach: Niemand will Kassierer sein

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Der Vorstand des Musikvereins (v.l.): Dirigent Paul Maier, Luca Hafner, Sonja Ermler, Julia Steurer, Isabell Steinhart, Christo
Der Vorstand des Musikvereins (v.l.): Dirigent Paul Maier, Luca Hafner, Sonja Ermler, Julia Steurer, Isabell Steinhart, Christoph Andelfinger, Kerstin Falsner, Felix Baier, Markus Burth und Max Schmid. (Foto: bay)
Schwäbische Zeitung
Artur K. M. Bay

Gut eine halbe Stunde lang hat bei der Hauptversammlung des Musikvereins Ostrach, die im Schwanen-Saal in Unterweiler stattfand, Ratlosigkeit und betretenes Schweigen geherrscht. Und zwar, als es darum ging, bei den Wahlen das Amt des Kassierers neu zu besetzen. Stephanie Reischmann hatte das Amt nach regulären fünf Jahren wieder zur Verfügung gestellt. Dies war dem Vorstand auch schon seit geraumer Zeit bekannt gewesen. Als Vorstandsmitglied Felix Baier die Versammlungsrunde fragte, wer den Posten übernehmen wolle, hätte man eine Stecknadel fallen hören können, denn niemand meldete sich. Auch Versuche, besonders Frauen das Amt der Kassiererin schmackhaft zu machen, die man teils zuvor schon angesprochen hatte, fruchteten nicht. Bis zu einer noch anzuberaumenden außerordentlichen Mitgliederversammlung wird das vierköpfige Vorstandsteam die Finanzgeschäfte nun selbst in die Hand nehmen müssen.

Die Rechenschaftsberichte der einzelnen Ressorts waren überwiegend positiven Inhaltes. Als herausragend wurde vor allem die Entwicklung in der Nachwuchsarbeit dargestellt. Sechs Jugendliche, nämlich mit der Trompete Julia Bock und Lorenz Frank, Hornistin Anna Weber, Klarinettist Philipp Weber und die beiden Schlagzeuger Lennie Bernstein und Janik Müller, feierten in die Musikkapelle der Aktiven einen fabelhaften Einstand. Als herausragende Ereignisse im Vereinsjahr 2017 listete Julia Steuer vom Vorstandsteam das Kreismusikfest in Ablach, das Eichbühlfest, das Dorffest im September sowie das Jahreskonzert mit einem anspruchsvollen Programm auf.

Viele Termine im Jahr

Im Wechsel ließen die beiden Schriftführerinnen Soja Ermler und Kerstin Falsner das zurückliegende Geschehen des Musikvereins Revue passieren. Immer wieder war die Musikkapelle zur Stelle, sei es für die bürgerliche Gemeinde oder für die kirchliche; so bei der musikalischen Begleitung der Erstkommunion-Kinder, beim Blutritt in Weingarten und die Umrahmung zum Volkstrauertag, bis hin zu einem Auftritt am Seniorennachmittag und die Gestaltung der Weihnachtsmesse in St. Pankratius. Einen ausgeglichenen Haushalt legte Kassiererin Stephanie Reischmann vor, der von den beiden Kassenprüferinnen Judith Härle und Ines Reck als einwandfrei bezeichnet wurde.

Die Jugendleiterinnen Anna Halder und Isabell Steinhart berichteten von der erfreulichen Tatsache, dass etliche Nachwuchsspielerinnen und -spieler sehr erfolgreiche Wertungsspiele absolviert haben. In Ausbildung sind derzeit 17 Jugendliche. Aus den Worten von Dirigent Paul Maier war zu entnehmen, dass 2017 unter dem Strich ein erfolgreiches und positives Jahr für den Musikverein gewesen ist. Vor allem beim Wertungsspiel im Rahmen des Kreismusikfestes in Ablach habe der Verein die Auszeichnung „mit sehr gutem Erfolg“ erreicht, darauf könne die gesamte Musikkapelle stolz sein.

Als einen weiteren Höhepunkt stufte Dirigent Paul Maier den einwandfreien Auftritt beim Jahreskonzert in der Buchbühlhalle ein. Lediglich die Probenkultur sollte noch ernster genommen werden. Die Entlastung nahm Bürgermeister-Stellvertreter Alfred Stecher vor, die einstimmig erfolgte. Stecher lobte die leistungsstarke Arbeit des Musikvereins auf zahlreichen Ebenen.

Appelle helfen nicht weiter

Bei den anstehenden Wahlen, die im Wechsel alle zwei Jahre in zwei Gruppen stattfinden, stellten sich die beiden Schriftführerinnen Sonja Ermler und Kerstin Falsner erneut zur Verfügung; ihre Wiederwahl erfolgte einstimmig. Über fünf Jahre verwaltete Stephanie Reischmann in souveräner Manier mit viel Engagement die Finanzen des Vereins. Als die Kassiererin der Versammlung ihren Rücktritt verkündete, war unter den gut 80 anwesenden Mitgliedern niemand bereit, dafür zu kandidieren. Selbst eindringliche Appelle langjähriger, älterer Musiker an potentiell jüngere Mitglieder halfen nichts.

Nach einer halbstündigen Denkpause, die sich das Vorstandsteam ohne Vorankündigung genehmigte, wurde die Versammlung mit dem Hinweis, das Problem bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung anzugehen, fortgesetzt. Der Termin steht noch nicht fest. Danach konnten die Verantwortlichen der Jugendleitung Luca Hafner, Anna Halder und Isabell Steinhart von erfreulichen und vielseitigen Unternehmungen des Nachwuchses berichten.

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