Zeitnahe Kompositionen und auserlesenes, modernes Liedgut, trägt der Singkreis Burgweiler bei seinem umjubelten Jubiläumskonzer
Zeitnahe Kompositionen und auserlesenes, modernes Liedgut, trägt der Singkreis Burgweiler bei seinem umjubelten Jubiläumskonzert vor. (Foto: bay)
Artur K. M. Bay

Großes Publikumsinteresse hat es beim Konzert des Singkreises Burgweiler anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Chorgemeinschaft gegeben. Das Konzert entwickelte sich in der vollen St.-Blasius-Kirche mit fast ausschließlich zeitgenössischem Liedgut und auserlesenen Melodien der Neuzeit zu einem außergewöhnlichen, musikalischen Ereignis.

Es muss also nicht immer nur Klassik sein. Hinter den modernen Kompositionen verbergen sich Musikschaffende, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt und studiert haben, und deren Einfallsreichtum ebenso meisterhaft daherkommt wie die der hochgeehrten Meister des Mittelalters und der Romantik. Rasch sprang der Funke über und die Zuhörer ließen sich gerne mitnehmen auf eine Reise durch teils ungewohnte und nicht alltägliche Klangwelten.

Keine Frage, dass die begabte und überaus engagierte Chorleiterin, Maria Gnannt, einen großen Anteil an dem hervorragenden Gesamteindruck des Chores hat. Die 22 Sängerinnen und sechs Sänger gab am Samstagabend die Einsätze fast ausschließlich vom Klavier aus. Die Programmauswahl tat ein Übriges, dass dieses Jubiläumskonzert zu einem Meilenstein der Gesangskunst im Ostrachtal wurde. Mit dabei zwei Meisterinnen ihres Fachs, zum einen am Klavier Irina Maier und als Gesangssolistin Claudia Rotter, zwei geschulte Interpretinnen ihres Metiers und als fabelhaftes Duo ein besonderer Hörgenuss. Nicht zu vergessen die Gitarrenspielerinnen Petra Allgaier und Elisabeth Stecher, die zusammen mit Wiltrud Augeard, Flöte und Conga, das Konzertgeschehen bravourös abrundeten.

Ein „Jubilate Deo“, eine Vertonung von Textpassagen aus dem 66. Psalm „Jauchzet Gott, alle Welt“, war ein gelungener Introitus in einer Komposition von Markus Stampfl. Darauf erklang gleich ein „Amen“ in einer schwungvollen Gospelversion des 1976 in Ostfriesland geborenen Komponisten Tjark Baumann. Vom gut aufgelegten Publikum wurde es besonders umjubelt.

Markus Pytlik, 52-jähriger Lehrer und Komponist, gehört ebenfalls zur deutschen Avantgarde für „Neue Geistliche Lieder“. Sein Stück „Wenn ich alle Sprachen dieser Welt sprechen könnte“ entwickelte sich rasch zu einer wunderbaren Hymne an die Liebe.

Typisch afrikanisch, Text und Musik aus Uganda, voller Lebensfreude und mit Rhythmus vollgepackt, erfüllt das „Singa Yesu Singa“ in einem Arrangement von Lorenz Maierhofer den Kirchenraum. Ein weiterer Komponist und Liedtexter der Gegenwart aus Graz, Jahrgang 1956. Danach folgt der erste Teil des Auftritts der Pianistin Irina Maier und der Solosängerin Claudia Rotter mit musikalischer Klangfülle und Schönheit. Mit der deutschen Fassung von „Amazing Grace“ hätte man eine Stecknadel in der Kirche fallen hören können, so innig, so trefflich und einfach wundervoll interpretierten die beiden diese Partie. Der letzte Ton war noch nicht verklungen, da brauste ein Beifallssturm im Gotteshaus auf.

Weiter ging die zeitnahe, sakrale Gesangreise des Singkreises ins Heilige Land. Von dort stammt das „Hine mah tov“, ein traditionelles Stück, dem ein Lied aus den Psalmen zugrunde liegt. „Erde singe, dass es klinge“ gehörte zu weiteren Glanzlichtern des Jubiläumskonzerts. Nach einer guten Konzertstunde, gab es noch zwei Zugaben obendrauf.

Voll des Lobes war zum Abschluss Pfarrer Meinrad Huber über die prächtigen Gesangs- und Musikdarbietungen aller Mitwirkenden. Ralf Brodmann übermittelte namens aller ortsansässigen Vereine die herzlichsten Glückwünsche zum Jubiläum an den Singkreis Burgweiler „für weitere 25 Jahre Gesang“.

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