Mit 7000 Steinen soll ein neues Volontärhaus entstehen

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Dietmar Rusch (links) und die Vereinsmitglieder brauchen Spenden für ein neues Volontärhaus in Vipingo/Kenia.
Dietmar Rusch (links) und die Vereinsmitglieder brauchen Spenden für ein neues Volontärhaus in Vipingo/Kenia. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Der Kinderhilfsverein Vipingo engagiert sich in einem gleichnamigen Dorf in Kenia. Dort baute der Verein bereits eine Schule, nun soll ein neues Volontärhaus folgen. Um das zu finanzieren, plant der Verein eine Spendenaktion. Dies erläuterte Dietmar Rusch, Vorsitzender des Vereins, in der Hauptversammlung.

Freiwillige Helfer, beispielsweise Studenten, unterstützen für eine bestimmte Zeit vor Ort die Arbeit der Lehrer in der Schule in Vipingo als Volontäre. Bislang müssen sie in einer Unterkunft auf dem Schulgelände leben, die keine Toilette hat und nicht mit fließendem Wasser ausgestattet ist. Zum Toilettengang muss man nachts durch unbeleuchtetes Gelände gehen. Eigentlich sollte der Spatenstich für das neue Volontärhaus im vergangenen Jahr erfolgen, doch das klappte nicht. „Zum einen liegt es an finanziellen Gründen“, erläuterte der Vorsitzende Dietmar Rusch in der Hauptversammlung im „Gasthaus Hirsch“ in Ostrach. Zum anderen habe es an einem korrupten Bürgermeister gelegen, der inzwischen aber ausgetauscht worden sei. Überhaupt sei Korruption ein großes Problem in Kenia.

Das neue Volontärhaus soll Platz für zwei Volontäre bieten. Es kostet voraussichtlich etwa 35 000 Euro. Der Verein möchte nun eine Spendenaktion namens „Stein für Stein zur Bildung“ auf seiner Homepage starten: Klickt man einen Button auf der Homepage an, kann man einen symbolischen Stein zum Preis von voraussichtlich fünf Euro erwerben. „Wir brauchen 7000 Steine für das ganze Haus“, erläuterte Rusch – 7000 mal fünf Euro ergibt 35 000 Euro. In den nächsten Wochen soll die Spendenaktion auf der Homepage eingerichtet und freigeschaltet werden.

In seinem Bericht blickte Dietmar Rusch auf die Aktivitäten in Vipingo im vergangen Jahr zurück. Der Vipingo Village Fund, ein Kooperationspartner, der vom Verein unterstützt wird, hat im vergangenen Jahr eine Sanierung von vier Brunnen durchgeführt. „Mit einem Einsatz von zirka 100 Euro pro Brunnen können sich nun die Einwohner wieder über frisches Wasser freuen“, sagte Rusch. Sie müssten das Wasser nun nicht mehr aus großen Entfernungen mit Kanistern holen. Das Leben von Hunderten Dorfbewohnern habe sich damit wieder wesentlich verändert, sagte er mit Blick auf die etwa 400 Euro, die dafür ausreichten.

Die Schule des Vereins richtet sich an Waisenkinder. 136 Kinder werden hier unterrichtet. Aber auch ein Unterricht für Erwachsene wird angeboten. „Denn es gibt viele Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können“, sagte Rusch.

In der Hauptversammlung stellten Schriftführer Günter Hermann und Kassiererin Petra Tobey ihre Berichte vor, Kassenprüfer Andreas Mockenhaupt bescheinigte eine einwandfreie Kassenprüfung. Die Entlastung war Formsache.

Wie Dietmar Rusch sagte, würde sich der Verein darüber freuen, wenn ein Freiwilliger oder eine Freiwillige aus dem Raum Bad Saulgau in Vipingo als Volontär oder Volontärin arbeiten möchte. Zu erreichen ist der Verein unter Telefon 07585/93 52 05. Die Vereins-Homepage ist unter www.vipingo.de zu finden.

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