Martina Eisele webt an einem dichten Netzwerk

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Bürgermeister Christoph Schulz, Integrationsbeauftragte Martina Eisele, Bürgermeister Arne Zwick und Ordnungsamtsleiterin Eugen
Bürgermeister Christoph Schulz, Integrationsbeauftragte Martina Eisele, Bürgermeister Arne Zwick und Ordnungsamtsleiterin Eugenia Baron setzen auf Zusammenarbeit. (Foto: Julia Freyda)

Ansprechpartner für Flüchtlinge, Zugezogene, aber auch Einheimische soll Martina Eisele sein. Anfang April hat die Integrationsbeauftragte ihren Dienst in Ostrach und Meßkirch angetreten. Die beiden Kommunen teilen sich die neu geschaffene Stelle jeweils zur Hälfte.

Nach rund zwei Wochen hat Ostrachs Bürgermeister Christoph Schulz sich schon ein erstes Urteil gebildet: „Wir haben das Gefühl, mit ihr einen hervorragenden Fang gemacht zu haben.“ Eisele ist auf ihrem Arbeitsgebiet bereits erfahren. Acht Jahre lang war die Sozialarbeiterin zuletzt in Biberach als Integrationsbeauftragte tätig, war zuvor bei der Caritas im Kreis Sigmaringen und hatte dabei ebenfalls mit Migration zu tun. „In Biberach war es meine Aufgabe, Veranstaltungen zu organisieren, ein Netzwerk aufzubauen und auch vorhandene Angebote zu verknüpfen“, berichtet Eisele.

Ähnlich sehen ihre Aufgaben in Ostrach und Meßkirch aus. Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick erläutert: „Wir wollen die vorhandenen Strukturen ausbauen und unterstützen. Entlastung erhoffen wir uns bei den hauptamtlichen Mitarbeitern in den Verwaltungen, aber natürlich auch den ehrenamtlichen Helfern.“ Ansprechpartner ist Eisele aber nicht nur für Flüchtlinge. Auch Menschen, die etwa aus der Europäischen Union zuziehen, aber auch Einheimischen steht sie zum Thema Integration zur Verfügung.

In Ostrach leben derzeit 485 Menschen aus 48 Nationen. In Meßkirch haben rund 25 Prozent der rund 8000 Einwohner einen Migrationshintergrund. Eisele soll sich aber weniger um die Betreuung im Einzelfall kümmern, sondern jeweils weiterhelfen, etwa um an einen richtigen Ansprechpartner zu verweisen oder auf Wünsche vor Ort einzugehen. „Die Mitarbeiter in den Verwaltungen und Helferkreisen machen schon sehr gute Arbeit, aber können nicht alles leisten“, sagt Eisele. Nach ersten Gesprächen hat sie festgestellt, dass in Meßkirch etwa Bedarf für ein Patenprogramm besteht. Dabei übernehmen Einheimische eine Patenschaft für einen Flüchtling. In Ostrach hätten Flüchtlinge Interesse am demokratischen System angemeldet. „Da könnte es mal eine konkrete Veranstaltung oder auch einen Besuch im Gemeinderat geben“, lautet Eiseles Idee.

Zusätzlich zu Integrationsbeauftragten gibt es im Kreis Sigmaringen 3,5 Stellen für Integrationsmanager, welche in 25 Kommunen vor allem Einzelfälle bearbeiten sollen. „Sie müssen zum Beispiel richtige Integrationspläne mit den Flüchtlingen erarbeiten. Das ist ein ganz individuelles Angebot“, berichtet Eisele. Außerdem sollen sie Hilfe leisten bei Behördenangelegenheiten und der Arbeitssuche. Zielgruppe der Manager sind zudem die Flüchtlinge, die in den vergangenen Jahren in den Kreis gekommen sind, weniger die EU-Ausländer. Die 3,5 Managerstellen sind im Auftrag des Kreises Sigmaringen bei der Caritas geschaffen worden und zunächst auf zwei Jahre befristet. Eiseles Stelle gibt es vorerst für drei Jahre in den beiden Kommunen.

Ostrachs Bürgermeister Schulz sieht sowohl für Eisele als Integrationsbeauftragte als auch die Integrationsmanager genügend Arbeit. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Verwaltungen und die Ehrenamtlichen zu entlasten. Zudem weiß niemand, ob nicht noch weitere Flüchtlinge kommen.“

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