Löschwasser ist größte Herausforderung

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Über eine 1,2 Kilometer lange Schlauchleitung ist die Wasserversorgung gesichert.
Über eine 1,2 Kilometer lange Schlauchleitung ist die Wasserversorgung gesichert. (Foto: Fotos: Tanja Japs)
Tanja Japs

Punkt 15 Uhr hat in Ostrach die Sirene aufgeheult und die groß angelegte Hauptübung der Feuerwehr Ostrach angekündigt. Diese fand in diesem Jahr im Kloster Habsthal statt. Innerhalb weniger Minuten waren bereits mehrere Feuerwehrleute am Einsatzort.

Das Szenario: Es wurde angenommen, dass durch einen technischen Defekt in der Scheune neben dem Kloster ein Brand entstanden ist. Es wurde der eintreffenden Wehr mitgeteilt, dass sich noch eine Person im Gebäude befindet. Der Löschzug und die Löschgruppe Einhart führten die Personensuche und die Rettung durch. Da das Kloster durch die entstehende Wärmestrahlung sowie durch Funkenflug gefährdet war, wurde die Drehleiter von Mengen für eine Riegelstellung eingesetzt. Hierfür mussten die restlichen Löschgruppen über eine Strecke von 1200 Metern von der Ostrach die Wasserversorgung aufbauen. Es wurden sofort Schlauchleitungen von der Ostrach zum brennenden Gebäude gelegt und mit Pumpen angesaugt. Von zwei Seiten startete die Wehr ihren Löschangriff. Die speziell ausgerüsteten Feuerwehrkameraden mit Atemschutzausbildung erkundeten parallel das Gebäude. „Die Personenrettung hat oberste Priorität“, erklärte Feuerwehrmann Mayer aus Mengen. „Deshalb gehen die Atemschutzträger zuerst in das brennende Gebäude, um den Verletzten zu bergen.“

100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Wehren rückten mit neun Feuerwehrfahrzeugen an. Unter den Feuerwehrleuten befanden sich auch Kameraden aus Bad Saulgau und Mengen, die als Gäste anwesend waren. „Die Schwierigkeit bei dieser Brandsituation ist, genügend Löschwasser herbeizuschaffen“, erklärte Eugen Kieferle, der seit dem Jahr 1998 Feuerwehrkommandant der Feuerwehr Ostrach ist. „Das Löschwasser aus dem kleinen See, der sich vor dem Kloster befindet, wird nicht ausreichen“. Deshalb musste ein Schlauchsystem zur Ostrach gebildet werden, die allerdings 1,2 Kilometer entfernt ist. „Es hat alles prima geklappt“, lautete sein Fazit. „Ich bin mit der Durchführung und der Leistung unserer Kameraden sehr zufrieden“.

Historisches Gebäude

Anfang der 90er Jahre wurde diese Art der Hauptübung im Kloster Habsthal das letzte Mal durchgeführt. Eine Brandsituation in einem historischen Gebäude – auch wenn diese hier simuliert wurde – stellt immer eine besondere Situation für die Feuerwehrleute dar. Das Kloster ist angelegt wie ein Würfel, in dessen Innerem sich ein Innenhof befindet. Alfred Stecher, erster Stellvertreter des Bürgermeisters, und auch die Zuschauer zeigten sich von den Leistungen aller Wehren sehr beeindruckt. Das Spektakel sorgte vor allem bei den zuschauenden Kindern für große Aufregung. Am Ende waren alle froh, dass es sich nur um eine Übung handelt, auch wenn die Zuschauer einen kleinen Wasserregen abbekamen. Die Übung machte klar, dass Brände in einem historischen Gebäude ein besonderes Gefahrenpotenzial darstellen.

Auch der Einsatzleiter dieser Hauptübung war sichtlich zufrieden. „Alle Kameraden haben hervorragende Arbeit geleistet. Ich habe nichts zu beanstanden“, war sein Resümee. Die Freiwillige Feuerwehr Ostrach hat in diesem Jahr bereits 47 Einsätze absolviert. Dank regelmäßiger Übungen sind Löscharbeiten selbst dann oft Routine.

Im Anschluss an die Übung fand eine Nachbesprechung für die Feuerwehrkameraden und alle Gäste im Dorfgemeinschaftshaus in Levertsweiler statt, die mit einem geselligen Beisammensein endete.

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