Kinder und Enkel freuen sich über sein Wohlbefinden

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Fritz Rauch feiert heute seinen 90. Geburtstag.
Fritz Rauch feiert heute seinen 90. Geburtstag. (Foto: Josef Unger)
Josef Unger

Die Hälfte des Tisches und der Sitzbank in seinem Wohnzimmer nehmen Bücher, Tageszeitung und Zeitschriften ein und daneben liegt sein Lieblings-Musikinstrument, das Keyboard. Eben hat er noch in Anwesenheit seiner Tochter und des Sohnes ein paar Volkslieder gespielt. Die Rede ist von Fritz Rauch, der bei bestem Wohlbefinden am 2. Januar den 90. Geburtstag feiert.

Der gebürtige Ostracher war sein Leben lang am öffentlichen Geschehen in der Heimat und in der Welt interessiert und ist es heute noch. 60 Jahre lang gehörte er aktiv dem Männergesangverein Ostrach an. Bei Vereinsveranstaltungen und heute noch im Seniorenwerk sorgt er mit besinnlichen und humoristischen Gedichten und Geschichten für Unterhaltung. Mit Fug und Recht kann man ihn als lebende Heimatchronik bezeichnen. Langweilig wird es im Haus des Jubilars nicht. Dem Herrgott verdankt er diese Gaben, die er das Leben lang neben der Arbeit als Landwirt pflegte.

Mit seiner fünf Jahre älteren Schwester Marie wuchs Fritz Rauch im elterlichen landwirtschaftlichen Anwesen in der heutigen Pfullendorfer Straße auf. Als er zwei Jahre alt war starb seine Mutter Maria, geborene Schmidberger. Vater Fritz heiratete dann die aus Menningen stammende Rosa Huckle. Nach dem Besuch der Volksschule und der landwirtschaftlichen Berufsschule wurde er, kaum 16 Jahre alt, zum „Schanzen“ nach Jechtingen am Kaiserstuhl verpflichtet. Weitere Verpflichtungen erfolgten im Raum St. Märgen, wo Panzergräben und Panzersperren gebaut werden mussten. Neben Schaufel und Fahrrad wurden den jungen Männern Panzerfäuste in die Hand gedrückt.

Fritz Rauch kehrte nach Kriegsende in die Heimat zurück, wo eine weitere Verpflichtung auf ihn wartete, nämlich bei der Firma Meschenmoser, in dessen Sägewerk Kleinholz für Holzvergaser hergestellt wurde. 1961 heiratete er Antonie, geborene Reck, und das Ehepaar übernahm das landwirtschaftliche Anwesen der Eltern der Frau. Die Ehe war mit einem Sohn und einer Tochter gesegnet, die sich mit zwei Enkeln über Opas Wohlbefinden freuen. Das heimatliche Anwesen von Fritz Rauch in Ostrach fiel 1977 der örtlichen Sanierung von Pfullendorfer und Schlößlestraße zum Opfer.

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