Jazzige Klänge erfüllen den Kirchenraum

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 Die Protagonisten eines gelungenen Kirchenkonzertes mit der musikalischen Leiterin Irina Maier.
Die Protagonisten eines gelungenen Kirchenkonzertes mit der musikalischen Leiterin Irina Maier. (Foto: Eugen Kienzler)

Am Muttertage hat in der Barockkirche St. Michael, die als eine der schönsten Filialkirchen der Erzdiözese Freiburg gilt, ein außergewöhnliches Konzert stattgefunden. Dort wo sonst die Orgel das Sagen hat, waren es jazzige Klänge, die den Kirchenraum füllten. Zu diesem Konzert hatte der Jugendchor Regenbogen des Gesangvereins Ostrach eingeladen.

Im Mittelpunkt stand die „A Little Jazz Mass“ des britischen Komponisten Bob Chilcott. Neben diesem musikalischen Höhepunkt gab es für die zahlreich erschienen Zuhörer auch noch weitere Lieder aus dem Chorrepertoire sowie klassische Jazz-Stücke der Jazz-Band „No Time On Tuesday“ der Musikschule Sigmaringen zu hören. Vielschichtig in Harmonik und Dynamik servierte der Chor, den einige Sängerinnen des Kirchenchores Einhart verstärkten, den populären Chorsatz des englischen Komponisten John Rutter „Schau auf die Welt“.

Strahlende, gut disponierte junge Stimmen und der sichere, wohlklingende Alt ließen die intensive und erfolgreiche stimmbildnerische Arbeit der engagierten Chorleiterin Irina Maier erkennen. Ausdrucksstark, mit Stimme und Stimmung spielend interpretierten Anna Kerle und Helena Klein als Duett den Folk-Rock-Song „The Sound of Silence“ – wahrlich die Klänge der Stille. Der Welthit „We are the world“ war dank der sauberen Intonation und hymnenartigen Dynamik mit ein Hinhörer des Konzertes.

Einen weiteren musikalischen Fixpunkt setzten die sechs Instrumentalisten der Jazzband der Musikschule Sigmaringen mit dem Jazzstandard „So What“ und dem durch Groove und spielerischen Rhythmussektionen geprägten „Straßbourg Saint Denis“. „My Funny Valentine“ und „Mo better Blues“ rundeten den gelungenen Auftritt der jungen Jazzer ab, bei denen der sechsmalige Teilnehmer an „Jugend musiziert“ und Jungstudent der Musikhochschule Trossingen Jeremias Fangauer seine Virtuosität und sein Talent als Jazztrompeter unter Beweis stellte.

Improvisation wegen Stromausfall

Horror für alle Künstler, sind Störungen die nicht vorhersehbar sind. Pünktlich vor Beginn des Hauptwerkes setzte ein großflächiger, Stromausfall die Technik außer Kraft. Als Meister der Improvisation zeigten sich dann der Vorsitzende und Mitorganisator Franz Kerle und sein Team. Zufällig anwesende Elektriker organisierten ein Notstromaggregat und der für den Abschluss vorgesehene Sektempfang für die Besucher wurde einfach vorgezogen. Doch auch der Stromversorger war fleißig, sodass nach einer halbstündigen Zwangspause die „A Little Jazz Mass“ vor weiterhin vollem Hause aufgeführt werden konnte.

Das Aushalten hat sich gelohnt, denn der Projektchor hatte sich mit der Jazz-Messe ein äußerst interessantes, aber auch anspruchsvolles Werk erarbeitet und mit den Musikern der Jazz-Band gute Partner an Bord geholt, die zusammen mit Paul Maier am Piano einfühlsame und präsente Partner waren. „Das spannende und Besondere für die Jugendlichen war hierbei die Auseinandersetzung mit gleich drei unterschiedlichen Welten“ so die Chorleiterin Irina Maier. Zum einen ist die Musik geprägt von Jazz-Elementen. Zum zweiten handelt es sich um vier klassische liturgische Elemente des Gottesdienstes, die den Jugendlichen in der heutigen Zeit in dieser Form nicht mehr ganz so vertraut sind. Und schließlich sind die Texte der Messe auch noch in lateinischer Sprache. Eine wahrlich gelungene Premiere für den Chor und die Band. Das bestätigte auch das Publikum mit großem Beifall und Standing Ovations.

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