Investitionen in Ostrach auf Rekordniveau

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„Wir verzeichnen eine Rekordinvestitionssumme von zehn Millionen Euro“, sagt der Ostracher Wirtschaftsförderer Manfred Essl.
„Wir verzeichnen eine Rekordinvestitionssumme von zehn Millionen Euro“, sagt der Ostracher Wirtschaftsförderer Manfred Essl. (Foto: Archiv Julia Freyda)

Die Erschließung des interkommunalen Gewerbegebiets Königsegg wird noch im November abgeschlossen. Auch die Grundstücke seien begehrt, sagte der Ostracher Wirtschaftsförderer Manfred Essl, als er dem Gemeinderat seinen Bericht vorstellte. Ein Großteil der Flächen sei verkauft oder reserviert, außerdem seien bereits die ersten Baugesuche eingegangen.

Auch mit der Art der Betriebe, die sich dort ansiedeln möchten, ist er zufrieden. „Es sind vor allem Produktions- und Handwerksbetriebe. Außerdem ist ein Dienstleister dabei“, sagte Essl. Das entspreche den Vorstellungen, die die Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden Ostrach, Königseggwald und Riedhausen im Vorfeld formuliert haben. „Eine Vorgabe ist, dass dort Arbeitsplätze entstehen“, sagte er. Betriebe, die zwar große Flächen benötigen, aber wenige Mitarbeiter beschäftigen, seien hingegen nicht erwünscht.

Insgesamt werde in Ostrach zur Zeit viel gebaut. „An den Plakaten auf den Baustellen sieht man, dass örtliche Betriebe die Aufträge bekommen haben“, sagte Essl. Positiv für die Gemeinde sei auch, dass die Anzahl der Anträge auf Fördermittel wie dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) oder dem Leader-Programm auf ein Rekordniveau angestiegen seien – und zwar nicht nur im Kernort, sondern auch in den Teilorten. „Wir verzeichnen eine Rekordinvestitionssumme von zehn Millionen Euro“, sagte Essl. „Außerdem haben wir das Ziel erreicht, dass kein Betrieb mangels Fläche abgewandert ist.“

Weiteres Wachstum verzeichnet der Tourismus in Ostrach. 2016 seien fast 50 000 Übernachtungen gezählt worden, wovon allein auf die Alte Mühle in Waldbeuren 40 Prozent entfallen. In der Ferienregion Nördlicher Bodensee sei Ostrach Spitzenreiter bei den Übernachtungszahlen und liege sogar noch vor Pfullendorf, wo 28 000 Übernachtungen registriert wurden – allerdings sind dort nicht alle Gastronomiebetriebe Mitglied der Ferienregion Nördlicher Bodensee. Ein Ziel für das Jahr 2018 sei, das Pfrunger-Burgweiler Ried gemeinsam mit der Gemeinde Wilhelmsdorf touristisch stärker zu vermarkten. Dabei könnte auch die kommunale Bahnlinie Altshausen/Pfullendorf eine Rolle spielen. Wie Essl berichtete, wird am Bahnhof Ostrach der Bahnsteig abgerissen und neu gebaut – was zu 100 Prozent durch Zuschüsse finanziert wird.

Vermarktung von Gewerbeflächen

Im Jahr 2018 stehen laut Essl zusätzlich die weitere Vermarktung des Gewerbegebiets Königsegg an, die Wiederbelebung des Güterverkehrs auf der Schiene, es sind ein Ausbildungsforum und die Gewerbeschau des Handels- und Gewerbevereins Ostrach (HGV) geplant, die alle vier Jahre stattfindet. Weiter vorangetrieben werden soll die Tourismusinitiative „Räuber in Oberschwaben“. Ein Thema, das ebenfalls auf der Agenda bleibt, ist die Grundversorgung im medizinischen Bereich. Außerdem gebe es im Einzelhandel viele Leerstände. In Ostrach werden derzeit mehr als 120 Facharbeiter gesucht, sagte Essl. Außerdem gebe es in der Gemeinde 20 freie Ausbildungsplätze.

Matthias Seitz (SPD) bemerkte, dass ihm auf der To-Do-Liste des Wirtschaftsförderers der „unfreiwillige Parkplatz“ in der Ortsmitte fehle. Er wünsche sich, dass für das Gelände des ehemaligen Norma eine Lösung gefunden wird. Jörg Schmitt (SPD) ergänzte die Liste der Herausforderungen.

„Eine Riesenaufgabe sind die freien Arbeitsplätze“, sagte er. Vielleicht bestehe ein Zusammenhang mit bezahlbarem Wohnraum. „Die Frage, wie gestalte ich den Arbeitsplatz Ostrach attraktiv, muss unbedingt angegangen werden“, sagte er. „Es hat sich rentiert, einen Wirtschaftsförderer einzustellen“, sagte Alfred Stecher (CDU). Allerdings sei er der Ansicht, dass die Themen Einzelhandel und Nahversorgung stärker angegangen werden müssen.

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