Energiepark Hahnennest will flexibler werden

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Der Energiepark Hahnennest will drei neue Blockheizkraftwerke und einen Pufferspeicher bauen.
Der Energiepark Hahnennest will drei neue Blockheizkraftwerke und einen Pufferspeicher bauen. (Foto: Barbara Baur)

Der Energiepark Hahnennest plant auf seinem Betriebsgelände den Bau von drei neuen Blockheizkraftwerken (BHKW). Außerdem will er einen Pufferspeicher errichten. Das Unternehmen will dadurch flexibler werden. Der Gemeinderat Ostrach stimmte dem Baugesuch am Montag einstimmig zu.

„Wir können dadurch nicht mehr Kilowatt erzeugen, wären dann aber flexibler als jetzt“, sagte Thomas Metzler, der geschäftsführende Gesellschafter des Energieparks Hahnennest, der als Zuhörer anwesend war. Denn mithilfe der BHKW und des Pufferspeichers kann Energie dann produziert oder freigesetzt werden, wenn der Bedarf gerade hoch ist.

Das Gebäude für die BHKW soll etwa 15 auf 15 Meter groß und gut acht Meter hoch werden, sagte Gertrud Stark-Rothacher vom Bauamt der Gemeindeverwaltung, die den Bauantrag vorstellte. Der Pufferspeicher soll nebenan errichtet werden. Der Warmwasserbehälter soll 13 Meter hoch werden und einen Durchmesser von 10,5 Metern haben. Der Speicher soll ein Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern bekommen. Von den drei neuen BHKW, die jeweils über eine Leistung von 1053 Kilowatt verfügen, sollen zwei mit Biogas und eines mit Erdgas betrieben werden. Genauso sollen die beiden bereits bestehenden BHKW auf den Betrieb mit Erdgas umgestellt werden. Sie bringen eine Leistung von je 250 Kilowatt.

Geräusche sollen reduziert werden

Der Ortschaftsrat Spöck-Kalkreute hatte das Vorhaben bereits im Vorfeld besprochen, denn vor allem im benachbarten Kalkreute war die Biohybrid-Anlage kontrovers diskutiert worden, die der Energieversorger Erdgas Südwest zur Verflüssigung von Biogas auf dem Gelände des Energieparks bauen will. Denn schon die bestehende Biogasanlage macht Geräusche, die in Kalkreute noch zu hören sind. Der Energiepark Hahnennest hat eine Reduzierung der Geräuschimmissionen zugesagt und auch Erdgas Südwest will beim Bau der Biohybrid-Anlage die gesetzlichen Höchstwerte deutlich unterschreiten. Die Betreiber wollen die Dezibel auf einen Wert von 25,8 bekommen, während in einem dörflichen Mischgebiet tagsüber 60 Dezibel und nachts 45 Dezibel erlaubt sind. „Wenn die Zugeständnisse so zur Wirkung kommen, ist der Ortschaftsrat einverstanden“, sagte Rudolf Birkhofer, Ortsvorsteher von Spöck-Kalkreute.

Wie Gertrud Stark-Rothacher erläuterte, wird für Hahnennest ein Schallgutachten erstellt. In die Betrachtung soll aber nicht nur die bestehende Biogasanlage einfließen, sondern auch die geplante Biohybrid-Anlage, der geplante Stall für 1000 Milchkühe und die nun beantragten BHKW. „Solch ein Gutachten ist immer eine Gesamtbetrachtung“, sagte Stark-Rothacher.

Jörg Schmitt (SPD) wollte wissen, was geschehe, wenn auch der gute Wille der Betreiber nicht die erhoffte Wirkung erziele. „Die gesetzlichen Richtwerte müssen in jedem Fall eingehalten werden“, sagte Bürgermeister Christoph Schulz. Er machte aber auch klar, dass es schwierig sei, unter diesen Werten einzugreifen.

Thomas Metzler vom Energiepark erläuterte, dass die Betreiber der Biogasanlage den „individuellen Lärmdruck“ beheben wollen. „Die technischen Lösungen sind schon besprochen“, sagte er. In den nächsten vier Wochen werde es an die Umsetzung gehen.

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