Vater Armin Weiß (rechts) und Sohn Patrick bauen gemeinsam eine Kapelle bei Levertsweiler.
Vater Armin Weiß (rechts) und Sohn Patrick bauen gemeinsam eine Kapelle bei Levertsweiler. (Foto: Josef Unger)
Schwäbische Zeitung
Josef Unger

Gibt es das heute noch? Ja – und das in dem Ostracher Ortsteil Levertsweiler. Dort entsteht zur Zeit unweit des Ortes an der Straße nach Magenbuch-Lausheim eine Kapelle. Die Familie von Armin Weiß erfüllt sich mit dem inzwischen fortgeschrittenen Bau ein lange gehegtes Versprechen.

Einmal ist es im Sinne der Tradition, denn einst stand am Ortsausgang eine Kapelle, die am 20. November 1940 im Einvernehmen mit Pfarrer Häusler abgebrochen wurde, weil sie, so die Chronik, „baufällig war und längst ihrem eigentlichen Zwecke nicht mehr diente“. Die aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrten Soldaten sollen laut Überlieferung über das Verschwinden der Kapelle sehr enttäuscht gewesen sein. Die neue Kapelle soll einerseits Ersatz dafür sein. Zum anderen soll sie ein Zeichen des Dankes sein für wiederholt erfahrenes Glück bei Unfällen an Baustellen.

Die Platzfrage war das erste Problem für das Bauvorhaben. Schließlich bot sich in den ehemaligen Krautäckern ein Kauf von zwei Parzellen von je einem halben Ar an. Vater Armin Weiß und Sohn Patrick, beide des Umgangs mit Bauwerkzeugen und -materialien nicht fremd, nutzten jede freie Stunde nach Feierabend und an Wochenenden. Inzwischen konnten sie von den Grobarbeiten schon zu den Details übergehen.

Das Türmchen wurde vergangene Woche aufgesetzt, in dessen Inneren wird ein bereits beschafftes Glöcklein seinen Platz finden. Dieses wird voraussichtlich am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, die Einwohner von Levertsweiler und des ganzen Ostrachtals zur Einweihung der Kapelle zu Ehren der Gottesmutter Maria rufen. Dann haben die Levertsweiler ihre so lange vermisste Kapelle wieder.

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