Die Räuberbahn bekommt eine neue Station

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 Seit vergangenem Jahr haben die Haltestellen einheitliche Informationstafeln.
Seit vergangenem Jahr haben die Haltestellen einheitliche Informationstafeln. (Foto: Archiv Julia Freyda)

Seit 2015 gehört die Bahnlinie zwischen Altshausen, Ostrach und Pfullendorf den drei Kommunen. Wie sich der Verkehr dort entwickelt hat und was noch geplant ist, hat Eisenbahnbetriebsleiter Frank von Meißner am Montagabend im Gemeinderat berichtet. Unter anderem wird in diesem Jahr der lang ersehnte Bahnhalt zwischen Hoßkirch und Königseggwald gebaut. Die neue Saison der Räuberbahn beginnt am 1. Mai.

Mit dem Radexpress Oberschwaben wurde zunächst der Personenverkehr auf der Strecke belebt, seit vergangenem Jahr trägt die Strecke den Namen Räuberbahn. Zudem wurde der Fahrtakt erhöht, die Züge sind an jedem Sonn- und Feiertag unterwegs. Auch zu besonderen Anlässen wird die Räuberbahn genutzt. So wurde zum Silphienblütenfest extra ein Behelfsbahnsteig in Hahnennest errichtet, damit Besucher direkt zur Veranstaltung kommen. „Das hat 300 Fahrgäste extra beschert“, sagt von Meißner. In der gesamten Saison waren rund 3600 Personen mit der Räuberbahn unterwegs, eine Steigerung von 70 Prozent – was aber vor allem an der Erhöhung des Fahrtaktes liegen dürfte. An den einzelnen Tagen schwankt die Zahl der Fahrgäste zwischen fünf und 455.

Zweites Standbein auf der Strecke ist der Güterverkehr. Im April 2017 rollten die ersten Rundholzzüge, in Burgweiler wurde ein Verladeplatz eingerichtet. „Derzeit fahren regelmäßig Holzzüge für Schwörer nach Burgweiler und Altshausen für das Sägewerk in Wolfegg“, berichtet von Meißner. Zudem fanden erste Düngemittel-Transporte nach Altshausen statt. „Zu unseren Vorteilen zählt eine hohe Flexibilität. Zum Beispiel können wir Waggons auch auf freier Strecke be- oder entladen werden“, sagt von Meißner. Zudem könne auf Anfragen sehr schnell reagiert werden.

In seinem Ausblick kündigte der Eisenbahnbetriebsleiter die Verbesserung von Rad- und Wanderwegen zu den Bahnhöfen an. Zudem sind weitere Info-Stelen geplant und auch zwischen Königseggwald und Hoßkirch kommt der lang ersehnte Bahnhalt, etwa um an den Hoki-See zu gelangen. Für die Kosten in Höhe von rund 60 000 Euro gibt es einen 60-Prozent-Zuschuss aus dem Leader-Programm. Im September rollen voraussichtlich besondere Fahrzeuge auf den Schienen: Dampfzüge.

Schranken für Bahnübergänge

Auch an den Bahnübergängen wird sich weiterhin etwas tun. Nachdem im vergangenen Jahr bereits zwei Schrankenanlagen erneuert wurden, folgt nun ein weiterer in der Riedstraße in Ostrach. Die Gesamtkosten liegen bei 150 000 Euro und werden jeweils zu einem Drittel von Bund, Gemeinde und den drei Kommunen als Bahnbetreiber gezahlt. Es gibt aber Zuschüsse von 75 Prozent, sodass für Ostrach 12 500 Euro als Kommune zahlen muss und einen Anteil als Beteiligte an der Räuberbahn. Mit dem Bau rechnet von Meißner 2020. In den kommenden Jahren sollen auch die übrigen Bahnübergänge Schranken bekommen.

Die jährlichen Kosten für die Räuberbahn beziffert von Meißner auf rund 100 000 Euro, vor allem für den laufenden Unterhalt und Investitionen. Haupteinnahmequelle ist ein 75-Prozent-Zuschuss nach dem Landeseisenbahnfinanzierungsgesetz. Hinzu kommen Benutzungsentgelte der Eisenbahnunternehmen, welche die Strecke nutzen. Zwar hat der Zugverkehr zugenommen, aber es entsteht noch ein Abmangel zwischen 40 000 und 60 000 Euro im Jahr. Da aber der Güterverkehr voraussichtlich zunehmen wird, verringert sich dadurch auch der Abmangel.

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