Brunnen erleichtert den Alltag

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Der Verein Vipingo legt einen Schwerpunkt seines Engagements auf die Unterstützung der Future Hope Montessori School im Dorf Vipingo an der kenianischen Ostküste. Doch durch Aktionen werden immer wieder auch spezielle Vorhaben in der Umgebung unterstützt wie etwa der Brunnenbau im Dorf Maweni.

„Über eine Milliarde Menschen auf unserer Welt haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Auch in Kenia ist das ein großes Problem“, sagt Dietmar Rusch, Vorsitzender des Vereins Vipingo. Oft müssten die Menschen dort weite Strecken bis zur nächsten Wasserstelle laufen oder seien gezwungen, verschmutztes und mit Krankheitskeimen belastetes Wasser zu trinken. Besonders Kinder würden darunter leiden, Krankheiten wie Cholera, Typhus und Durchfall seien die Folge. „Weltweit stirbt nach Angaben der Vereinten Nationen alle 15 Sekunden ein Kind an den Folgen verunreinigten Wassers“, sagt Rusch. 2016 war er in Kenia und besuchte das bei Vipingo gelegene Dorf Maweni. Rund 9000 Menschen leben dort, verteilt über kleine Familiendörfer im Busch. „Als ich die Verhältnisse vor Ort gesehen habe, fiel die Entscheidung für den Brunnenbau leicht. Er würde eine erhebliche Erleichterung bringen und vor allem die Kinder entlasten, damit diese zur Schule gehen können anstatt kilometerweit zur nächsten Wasserstelle laufen zu müssen“, sagt Rusch.

Das Geld für den Brunnenbau war durch eine Aktion in Karl Eberhardts Rewe-Markt in Pfullendorf zusammengekommen. „Es ist Tradition, dass am Fasnetsfreitag Guggenmusikgruppen im Geschäft auftreten“, sagt Eberhardt, der Gründungsmitglied von Vipingo ist. Bei der Aktion gibt es Freibier und Wurstsalat, Kunden und Musiker bedanken sich mit einer Spende. So sind in diesem Jahr rund 2000 Euro zusammengekommen, die direkt ab Mitte März in den Brunnenbau investiert wurden.

Rund zwei Monate gegraben

Die Menschen in Maweni griffen engagiert zur Schaufel. Mehr als 27 Meter tief musste der anderthalb Meter Durchmesser messende Brunnenschacht per Hand ausgehoben werden. Meter um Meter wurde er mit einer Zementschicht verputzt, um ein Einstürzen zu verhindern. Um weiter in die Tiefe zu gelangen, wurde ein Arbeiter mit Seil gesichert in den Schacht herabgelassen. Immer wieder mussten die Arbeiten nach Regenfällen unterbrochen werden, da diese zu gefährlich wurden. Doch schließlich war es nach rund zwei Monaten harter Arbeit geschafft, die vier Arbeiter stießen auf Trinkwasser.

Größtes Projekt des Vereins ist derzeit, ein neues Haus für die freiwilligen Helfer zu bauen (SZ berichtete). Das Grundstück hat der Verein bereits, von den erforderlichen 35 000 Euro etwa die Hälfte zusammen. „Wo die Volontäre derzeit übernachten, gibt es weder fließend Wasser noch Strom. Wer nachts auf die Toilette will, muss den rund 300 Meter weiten und unbeleuchteten Weg bis zur Schule nehmen“, sagt Rusch. Wenn die jungen Menschen schon freiwillig und ohne Gehalt in der Schule mitarbeiten, sollten sie wenigstens eine angemessene Unterkunft haben.

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