Boxtango: Räte fragen nach Entwicklung

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 Am Container-Terminal in Ostrach stehen zwar schon Container, aber Züge rollen bislang nicht.
Am Container-Terminal in Ostrach stehen zwar schon Container, aber Züge rollen bislang nicht. (Foto: Julia Freyda)

Wie es um das Container-Terminal von Boxtango steht, wollte Hubert Frank, Ortsvorsteher von Magenbuch, am Montagabend im Gemeinderat wissen. Im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ versichert Boxtango-Geschäftsführer Martin Burkhardt, dass er weiterhin das Ziel verfolge, einen Umschlagplatz für den Containerverkehr in Ostrach zu betreiben.

Bürgermeister Christoph Schulz räumte am Montagabend in der Sitzung ein: „Containerzüge fahren immer noch nicht.“ Im letzten halben Jahr habe es unter Vermittlung des Regionalverbandes und der Industrie- und Handelskammer Gespräche gegeben. Der Betreiber von Boxtango habe auch Kontakte zu einer großen Spedition, den die Gemeinde sich von dem Unternehmen bestätigen lassen habe. „Einen Termin, wann der Containerzüge fahren, gibt es aber noch nicht“, sagte Schulz. Frank hakte nach: „Besteht denn noch Hoffnung?“. Schulz versicherte: „Wenn keine mehr bestehen würde, dann hätte ich dem Gemeinderat schon die Rückabwicklung des Kaufs empfohlen.“ Jörg Schmitt (SPD) wollte wissen, woran der Bürgermeister diese Hoffnungen festmache. „Eben an diesen Gesprächen aus dem letzten halben Jahr“, sagte Schulz. Das reichte Schmitt nicht aus. „Gesprochen wird seit Jahren, aber es passiert nichts. Wir wollen endlich Ergebnisse.“ Der Bürgermeister versicherte, dass die Verwaltung dies ebenso wolle.

Seit Mitte 2015 gibt es das Unternehmen Boxtango in Ostrach. Auf dem Gelände des früheren Holzhofes der Gemeinde am Fabrikweg soll ein Container-Terminal entstehen, damit Waren zwischen Straße und Schiene umgeladen werden können. Entwickelt hat sich bislang auf dem Areal aber wenig. Nach Stillstand der Bauarbeiten im vergangenen Jahr, lagern auf dem Gelände nun zumindest keine Geröllmassen mehr, sondern wurde hergerichtet. Derzeit stehen einzelne Container auf dem Platz.

Boxtango-Chef dementiert Gerüchte

Boxtango-Geschäftsführer Martin Burkhardt bestätigt auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“, dass es derzeit Gespräche mit Reedereien gebe. „Was dabei herauskommt, können wir jetzt noch nicht absehen. Aber unser Ziel ist natürlich weiterhin, dass Containerzüge fahren“, sagte Burkhardt. Bis November hätten noch Tiefbauarbeiten in Ostrach stattgefunden, wenn die Witterung besser ist, müssen auch noch Belagarbeiten korrigiert werden. Gerüchte darüber, dass seine Firma bald pleite sei, dementierte Burkhardt. „Wir haben gut zu tun und es kommt auch Geld rein.“ Mit Partnern sei jüngst Container-Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Singen begonnen worden. Von einem Terminal in Singen würden Container vom Zug auf Lkw verladen und etwa in die Schweiz und nach Italien gefahren. „Genau so stellen wir uns das für Ostrach vor, nur eben mit anderen Zielorten. Nur wann es so weit ist, weiß ich nicht“, sagte Burkhardt. Ein weiteres Standbein für das Unternehmen seien aber Holztransporte. Diese Züge, vor allem mit Rund- und Sturmholz, seien etwa aus Niedersachsen und Thüringen überwiegend auf dem Weg nach Wismar.

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