Biber findet den Weg in den Pool

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In den Pool der Familie Metzler hat sich dieser Biber verirrt.
In den Pool der Familie Metzler hat sich dieser Biber verirrt. (Foto: Josef Unger)
Schwäbische Zeitung
Josef Unger

Die Hahnennester sind an Fremdbesuchen einiges gewöhnt. Der Energiepark und insbesondere die neue Energiepflanze Silphie locken die Menschen scharenweise in das Dorf, das zur Gemeinde Ostrach gehört. Was aber am vergangenen Mittwoch nahezu einen Schock auslöste, war ein Besucher im Swimmingpool vor dem Haus der Familie Thomas und Beatrix Metzler: ein Biber.

Die Frau des Hauses entdeckte das Tier gegen halb elf Uhr, als dieses sich vergnügt im Wasser tummelte und seine Schwimmkünste unter Beweis stellte. Bald wunderte sich auch der Mann des Hauses über das neue Haustier. Pool und Umgebung sind sicher eingezäunt, woher kommt also dieser ungebetene Gast? Das Rätsel löste sich bald. Bei Hahnennest entspringt nämlich der Tiefenbach, der an Waldbeuren vorbei und dann durch die Hornung schließlich in die Ostrach mündet. Der Biber hat also vermutlich eine Strecke von rund vier Kilometern durch das Naturschutzgebiet Pfrunger-Burgweiler Ried zurückgelegt, um im sauberen und bekömmlichen Hahnennester Wasser eine neue Heimat zu finden.

Das bestätigte auch Sabine Behr, die für das Naturschutzgebiet zuständige Biberbeauftragte. Thomas Metzler hatte sie gleich nach der Entdeckung des Bibers benachrichtigt. Kurz nach Mittag traf sie in Hahnennest ein und zeigte zunächst ihre Bewunderung über das schön gewachsene Tier. Bibereltern verstoßen ihre Kinder, wenn diese ausgewachsen sind, sodass diesen die Suche nach einer neuen Heimat nicht erspart bleibe, sagt Sabine Behr.

Inzwischen war auch Personal des Energieparks eingetroffen, die Sabine Behr beim Einfangen des Bibers per Netz behilflich war. Zwei Mal schlüpfte er geschickt aus, doch beim dritten Anlauf zog das Tier den Kürzeren. Der Biber wurde in ein mitgebrachtes Gitter verfrachtet und in Richtung Ried gefahren, wo ihn Sabine Behr an einem, ihrem Ermessen nach günstigen Ort, in die Freiheit entließ.

Freundlich zeigte sich der junge Biber auch gegenüber unserem Mitarbeiter. Der „Wunderfitz“ erhielt bei der Aktion selbst nasse Füße. Erst beim dritten Anhieb ging der ungewöhnliche Besucher im Swimmingpool ins Netz. Wenn er ein paar Schwimmrunden gedreht hatte, genoss der Biber am Rand des Pools die Frühlingssonne.

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