Auch im hohen Alter ruht Toni Müller sich nicht aus

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 Toni Müller ist auch mit 90 noch mitten im Leben.
Toni Müller ist auch mit 90 noch mitten im Leben. (Foto: unger)
Josef Unger

Bei gutem Wohlbefinden feiert am heutigen Donnerstag Anton Müller seinen 90. Geburtstag. Dieser ist kein anderer als der Toni Müller. In Ostrach und in der Region und darüber hinaus als der „Reifen-Müller“ bekannt.

Klein angefangen hat der von Ebenweiler gebürtige Unternehmer in der Altshauser Straße nach der Nachkriegszeit und schon bald machte er sich in seiner neuen Wohnstatt einen bedeutungsvollen Namen. Reifenerneuerung war sein Fach und mit viel Sachkenntnis schuf er ein Unternehmen von Rang und Namen und sorgte als einer der ersten Ostracher Gewerbebetriebe für wertvolle Arbeitsplätze. Toni Müller war ein Pionier in der wirtschaftlichen Entwicklung Ostrachs.

Die Eltern des Jubilars betrieben in Ebenweiler eine Landwirtschaft, in der er mit zwei Schwestern aufwuchs und auch dort die Volksschule besuchte. Schwierig war es zu jener Zeit, einen handwerklichen Ausbildungsplatz zu finden. In Bad Nauheim klappte es schließlich. Dort befand sich einer der ersten Reifenerneuerungsbetriebe, der ihm sowohl die handwerkliche als auch die wirtschaftliche Ausbildung anbot. Hier war er nach Abschluss der Lehre im Außendienst tätig. Das befriedigte ihn allerdings nicht, denn er trachtete danach, selbstständig zu werden und das bot sich in Ostrach an. Hier und in der Umgebung befanden sich aufgrund des Moränevorkommens Kieswerke mit umfangreichen Transportmengen. Bei Bürgermeister Karl Müller und später bei Karl Reck fand er jegliche Unterstützung. Die half allerdings nicht darüber hinweg, die Erschließung eines Grundstückes von dem Friedlesbauer Albert Müller in der Altshauser Straße selber zu finanzieren.

Nach einem ersten Neubau mit Wohnhaus begann Toni Müller 1960 mit dem Handel von Reifen und deren Runderneuerung. Offen für die technischen Fortschritte erweiterte und modernisierte er den Betrieb und fand für seine neue Art der Reifenerneuerung unter der Bezeichnung „Bandag“ Kundschaft und Interesse weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. In Ostrach beschäftigte er in der Zeit der Blüte des Unternehmens rund 60 Personen. Bandag war sowohl für den Straßenverkehr als auch für die Luftfahrt verschiedener Fluggesellschaften gefragt. Auch im hohen Alter ruht Toni Müller nicht aus. Er beschäftigt sich intensiv mit Erdstrahlenschutz. International geprüft ist seine „Remo-Erdstrahlenline“, die er selbst herstellt und vertreibt.

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