„Alle sind gut drauf und machen mit“

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Cäcilia Krönert

Am Samstag und Sonntag des vergangenen Wochenendes haben Dominic Zeller von den Feuerhexen, Yannic Megerle von den Eurocampern, Aileen Weber, Anna Kerle und Fiona Skuppin mit Franz Kerle, Vorsitzender des Gesangvereins Ostrach und Annas Vater, das „umsonst und draußen Singer-Songwriter-Festival“ in Tafertsweiler gemanagt. Rund 130 Gäste haben das im Dorffest integrierte Festival im Freien am Samstag besucht. „Es ist einfach eine super Stimmung hier“, sagte Anna Kerle.

Umsonst und draußen bei jedem Wetter“, so hatten die Organisatoren ihr zweites Festival angekündigt. Dauerregen begleitete dann den ganzen Samstag. Zwei Stunden lang stand die Bühne am Samstag jedem offen, der etwas zum Vortrag bringen wollte. Hussein, David und Dustin trauten sich als Erste und führten einen Rap auf. „Opa Rauch“ alias Frieder Rauch präsentierte mit Cowboy-Hut unter anderem den Country-Pop-Song „Country Road“.

Jugendchor gibt Kostproben

Dann formatierten sich die Sängerinnen des Jugendchors Regenbogen unter der musikalischen Leitung von Irina Maier auf der Bühne. Sie brachten „California Dreamin’“, „Ain´t no Mountain high enough“ und „Wir sind die Welt“ zu Gehör, ihre Chorleiterin begleitete die Songs am Keyboard. Wem es kalt wurde, der ging auf einen Kaffee und ein Stück selbst gebackenen Kuchen ins Dorfhaus. In gemütlicher Atmosphäre gab es viel Auswahl an der Theke bei Carmen Kersten, Bettina Schippert, Regina und Sigmund Hertkorn. Ein Flohmarkt lud zum Verweilen ein.

Die Sänger störte das schlechte Wetter nur wenig. Mit flotten Ansagen überspielten die Moderatorinnen Aileen Weber und Anna Heimpel die Pausen. Schnell stand das Duo Anna Kerle und Fiona Skuppin bereit zum musikalischen Einsatz. „Musik habe ich schon als Kind gerne gemacht, habe in Chören gesungen und mit elf Jahren habe ich angefangen, eine Gesangsausbildung zu machen“, erzählte Fiona Skuppin aus Bad Saulgau. „Man singt eine Melodie vor sich hin, dann kommt ein Text dazu und irgendwann werden richtige Songs daraus, sie bekommen dann einen Hintergrund, weil man damit etwas sagen möchte“, erklärte die 17-Jährige, die im nächsten Jahr das Abitur anstrebt. Ihr erstes Lied, das über Zweifel in einer Beziehung geht, habe sie im letzten Jahr geschrieben, darin verarbeite sie auch selbst Erlebtes, es sei wie ein Tagebucheintrag mit Musik, sagte sie. Gemeinsam mit Duettpartnerin Anna Kerle aus Tafertsweiler sang Fiona Skuppin eigene und gecoverte Lieder. „Wir haben uns in der fünften Klasse kennengelernt und singen heute auch zwei eigene Songs“, informierte Anna Kerle die Zuhörer. Ein Singer-Songwriter folgte dem anderen, so stand anschließend der Ravensburger Mario Moosmann als Deutsch-Rapper „Moazy“ auf den Brettern, die die Welt bedeuten. In seinen Texten gibt der 19-Jährige Einblicke in sein Leben. In seinem Intro „Grund zum Atmen“ aus seinem neuen Album, welches bald auf den Markt kommt, verarbeitet er seine Kindheit: adoptiert, schulisch nicht sehr ambitioniert, von seinen Eltern gefördert und geliebt, doch immer mit dem Gedanken, alles verlieren zu können. Seit sieben Jahren und mit „viel Bock“ Texte selber zu schreiben, verarbeitet er beispielsweise seine erste große Liebe in seinem Lied „Julia“. Als Clou und ad hock tanzte seine Freundin Adriana Bräunche, Hip-Hoperin des Friedrichshafener „Karens Dancestudio“ einen Freestyle zu seiner Zugabe.

Erstes Album heißt „Hope“

Dann gingen Thomas Haug (Tommy), Philipp Häusler (Phil) und Stefan Dötterer (Picco) an den Start. Songwriter und Bandleader Tommy Haug hat mit seiner Band im Frühjahr diesen Jahres sein erstes Album mit dem Namen „Hope“ aufgenommen. Der Herdwanger freute sich, endlich anfangen zu dürfen und bezog sein Publikum gleich als Chor mit in den Vortrag ein. „Jetzt kommt ihr ins Spiel, es ist wirklich nichts Kompliziertes“, sagte der 24-Jährige und stimmte mit vielen, vielen „Oh, Oh, Oh, Oh,Oh“ den Zuschauer-Chor ein. Zu Gehör kam „She´s the One“. Dann folgte ein Lied, dass nicht auf dem Album sei, ihm aber sehr am Herzen liege: „I Believe“.

Feierlaune entwickelt sich

Mit der Hip-Hop-Band „Extra Large“ kamen zwei Rapper auf die Bühne, die ihre Zuhörer auf die zauberhafte Reise in ihre Welt des Geschichtenerzählens, gespickt mit Wortspielereien, mitnahmen. Bereits seit 18 Jahren gibt es die Band aus Bad Saulgau und Weingarten, bestehend aus Checo, Simple Simon und DJ Mittone oder DJ Caspa. Die Regenschirme standen griffbereit immer in der Nähe, falls man mal kurz auf einen Drink in die Bar im Nebenraum oder an einen der Verkaufsbuden vor dem Zelt wollte. Da gab es kein schlechtes Wetter mehr, nur warme, regendichte Kleidung und eine gehörige Portion Feierlaune. „So haben wir uns das vorgestellt, dass alle gut drauf sind und mitmachen“, sagte Anna Kerle und tanzte mit Papa Franz an vorderster Front.

Mit Songs der Gruppe „Manarun“ ging es in die Endrunde des ersten Festival-Tages. Bei Reggae, Ska und argentinischem Hip-Hop feierten die Festival-Fans bis kurz nach 23 Uhr. Egal, wie alt, jeder fand eine Nische zum Abfeiern. Am Sonntag ging es mit der Tafertsweiler Jugendband „Bläck Sheep“, dem Newcomer Singer-Songwriter Michel Stirner und der schwedisch-ungarischen Künstlerin Omnitah und dem Jugendchor Regenbogen sogar bei Sonnenschein in die zweite Runde.

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