Streit um Wolf-Gedenkstein: Bürgermeister schlägt Lösung vor

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Brüchig, verwittert, unleserlich: Der Gedenkstein für den letzten Wolf Hohenzollerns, der bei Neufra erlegt worden ist, soll er
Brüchig, verwittert, unleserlich: Der Gedenkstein für den letzten Wolf Hohenzollerns, der bei Neufra erlegt worden ist, soll erneuert werden. (Foto: Rainer Eule)
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Der Gedenkstein für den erlegten Wolf zwischen Neufra und Gauselfingen soll erneuert werden. Dies kündigt Bürgermeister Reinhard Traub an. Da allerdings noch verschiedene Gespräche geführt werden müssen, benötigt die Gemeinde noch etwas Zeit. Traub rechnet damit, dass im nächsten Jahr ein Antrag auf einen Zuschuss gestellt werden kann. Auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ stellt Traub drei mögliche Alternativen vor.

Der Neufraer Bürger Manfred Tremmel hatte vergangene Woche in unserer Berichterstattung seinen Unmut geäußert: „Ich bin richtig stinkig auf die Gemeinde“, sagte Tremmel. Er hat den Eindruck, dass Bürgermeister Traub und die Rathausmitarbeiter „nicht in die Pötte kommen“. Nach Tremmels Ansicht hätte längst etwas passieren müssen.

Zurück aus dem Urlaub, erklärt Bürgermeister Reinhard Traub nun, dass aus seiner Sicht schon etwas passiert ist. „Wir möchten das Projekt angehen“, reagiert Traub auf die Kritik Tremmels und bringt drei Alternativen ins Gespräch, die der Gemeinderat bislang nicht kennt.

Alternative 1: Der brüchig und unleserlich gewordene Stein wird durch eine Nachbildung ersetzt. Aufgestellt wird die Kopie auf dem fürstlichen Grundstück bei der Bundesstraße. Für das Original müsste ein neuer Platz gefunden werden: Das Sigmaringer Schloss oder das Neufraer Rathaus kämen infrage, so Traub. Allerdings macht der Bürgermeister keinen Hehl daraus, dass er dieser Alternativ wenig abgewinnt. „Der neue Stein würde ein Dasein neben der Bundesstraße fristen.“ Aus Sicherheitsgründen müsste ein Abstand von 20 Metern eingehalten werden, bislang beträgt dieser lediglich sieben Meter. Für Besucher sei die Stelle schwer zugänglich und zudem gefährlich, nennt Traub die Nachteile.

Alternative 2: Die Nachbildung würde in der Nähe des Ortes aufgelegt, an dem der letzte Wolf Hohenzollerns 1831 erlegt wurde. Der Standort würde so ausgewählt, dass Besucher ihn „erleben könnten“, wie es Traub formuliert. Eine Zufahrt, ein kleiner Parkplatz und eine Infotafel seien hierzu nötig. Um die Sicherheit gewährleisten zu können, seien eine Absicherung oder Ähnliches notwendig.

Alternative 3: Die Nachbildung des Gedenksteins wird nicht mehr am Original-Schauplatz, sondern in etwa 400 Metern Entfernung am Radweg in Richtung Gauselfingen aufgestellt. Der Vorteil: Hier kämen viele Besucher vorbei und es müsste nicht extra die Anbindung hergestellt werden. „Vom Radweg aus ist der Original-Schauplatz zu sehen“, sagt Traub, der auch aus Kostengründen zu Alternative drei tendiert. Er rechnet damit, dass die geschätzten Kosten zwischen 10 000 und 15 000 Euro einzuhalten sind. Wichtig ist Traub, dass das Fürstenhaus als Eigentümer des Grundstücks und des Gedenksteins das Projekt „maßgeblich begleitet“. Anette Hähnel, die Leiterin der fürstlichen Sammlungen, signalisiert grundsätzliche Bereitschaft, wartet aber noch auf eine konkrete Anfrage aus Neufra.

Zum weiteren Vorgehen: Im Gemeinderat will er die Varianten diskutieren, parallel das Gespräch mit dem Fürstenhaus suchen und im kommenden Jahr den Förderantrag stellen. Über diesen würde dann im Jahr 2020 entschieden.

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