Neufraer Bahnhof wird barrierefrei

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 Neufras Bürgermeister Reinhard Traub (ganz links) schneidet am Bahnhof in Schlatt zusammen mit seinem Bürgermeisterkollegen aus
Neufras Bürgermeister Reinhard Traub (ganz links) schneidet am Bahnhof in Schlatt zusammen mit seinem Bürgermeisterkollegen aus Hechingen, Philipp Hahn, und dem Landrat des Zollernalbkreises, Günther-Martin Pauli, sowie Mitarbeitern der SWEG das Band durch. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Für Menschen mit körperlichen Behinderungen wird die Zugfahrt ab Neufra, Burladingen und Schlatt künftig einfacher. Die SWEG Schienenwege GmbH, Muttergesellschaft der Hohenzollerischen Landesbahn (HZL), hat auf diesen Bahnhöfen die Bahnsteige barrierefrei umgebaut und um ein digitales Fahrgastinformationssystem mit Vorlesetaster für Blinde und sehbehinderte Menschen erweitert. Der Bahnsteig in Schlatt wurde stellvertretend für alle drei Bahnsteige in einer Feierstunde eingeweiht.

In Gammertingen wurde der erste der barrierefreie Bahnsteig im September 2017 eingeweiht, erklärte Markus Remmel, Geschäftsführer der SWEG. Sukzessive werden alle Bahnsteige der Hohenzollerischen Landesbahn Strecke zwischen Hechingen, Gammertingen und Engstingen bis nach Sigmaringen barrierefrei ausgebaut.

Aus Landesmitteln finanziert

Im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 wurden die drei Stationen Neufra, Burladingen und Schlatt mit einem Gesamtinvestition von 1,74 Millionen Euro zu modernen Haltepunkten ausgebaut. Von diesen Kosten entfallen 1,2 Millionen Euro jeweils zu einem Drittel auf die Umbaumaßnahme der drei Bahnsteige, welche zu 100 Prozent aus einem Sonderprogramm des Landes – aus LEFG-Mitteln (Landeseisenbahnfinanzierungsgesetz) – finanziert wurden. Tobias Harms, technischer Leiter der SWEG, nannte dies ein klares Bekenntnis des Landes, dass nicht nur städtische Mobilität gefördert werde, sondern eben auch der flächendeckende Komfort für Fahrgäste im ländlichen Raum.

Markus Gericke, Leiter des Referates Schienenpersonennahverkehr im Verkehrsministerium Baden-Württemberg führte aus, dass die Landesmittel zwar nicht gerade üppig seien, aber man trotzdem das Ziel habe, den ländlichen Raum flächendeckend mit einer guten Infrastruktur auszubauen.

Dazu gehöre der barrierefreie Zugang genauso, wie die schnelle Information der Fahrgäste. „Jetzt fehlt nur noch der Fahrdraht“, so Gericke im Hinblick auf die mögliche Elektrifizierung. Sehr zur Freude des anwesenden Landrates des Zollernalbkreises, Günther-Martin Pauli, und den Bürgermeistern Reinhard Traub (Neufra) und Philipp Hahn (Hechingen) verriet Markus Gericke, dass die Ausschreibung für etliche neue Fahrzeuge bereits laufe, um die alten Dieselfahrzeuge abzulösen.

Die restlichen Kosten sind für die komplette Technik, das Fahrgastinformationssystem mit Bildschirmen mit Digitalanzeige in Echtzeit, LED-Beleuchtungen und für die modernen Fahrgastunterstände aus Glas und Stahl sowie die Zugänge. In Neufra ist die Maßnahme noch nicht vollständig abgeschlossen, da die Witterungsverhältnisse momentan die Fertigstellung nicht erlauben. Bürgermeister Reinhard Traub ist zuversichtlich, dass aber schon in wenigen Wochen auch der Neufraer Bahnsteig eingeweiht werden kann.

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