Ex-Bürgermeister von Neufra stirbt mit 69 Jahren

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Jürgen Beck †
Jürgen Beck † (Foto: privat)
Redakteur Sigmaringen

Im Alter von 69 Jahren ist der ehemalige Bürgermeister von Neufra, Jürgen Beck, nach langer Krankheit gestorben. Beck war 16 Jahre lang Bürgermeister von Neufra. Sein besonderes Verdienst ist es, in seiner Amtszeit den hohen Schuldenstand der Gemeinde deutlich reduziert zu haben. Trotz der angespannten Finanzlage ist es Beck dennoch gelungen, einige wichtige Projekte umzusetzen.

Bei seiner Verabschiedung am 24. Mai 2014 haben die Redner hervorgehoben, dass Beck ein Mann „mit Ecken und Kanten“ war, was nicht immer für alle bequem, aber auch hilfreich war, um Ziele energisch anzusteuern. Er habe eine Gemeinde am Rande der Insolvenz übernommen und diese wieder auf den richtigen Weg geführt, stellte seine Stellvertreterin Rommy Wittner bei diesem Anlass fest. Beck leitete die Geschäfte der Gemeinde mit einer bodenständigen, klaren Linie. „Sein Gebot, nichts zu erlauben, was nicht vorher sauber durchgerechnet wurde, geht in die Dorfgeschichte ein“, sagte Pastoralreferent Matthias Kopp bei der Verabschiedung. Sein Kollege Alois Henne überreichte ihm an diesem Tag die Ehrenmedaille des Gemeindetags.

Aber Beck hat das Machbare gemacht. So nahm die Gemeinde zu Beginn seiner Amtszeit die Dorfsanierung in Angriff. Die Abwasser- und Wasserversorgung wurde in einem interkommunalen Projekt zusammen mit Gammertingen geregelt und andere wichtige Infrastrukturmaßnahmen auf den Weg gebracht. Ein besonderes Anliegen war ihm der Erhalt der Grundschule in Neufra. Angesichts der geringen Finanzkraft der Gemeinde suchte Beck immer nach Wegen, ein Maximum an Fördermitteln zu erhalten. Die freiwillige Feuerwehr und die örtlichen Vereine konnten sich auf seine Unterstützung verlassen. Er konnte aber auch hartnäckig seine eigenen Vorstellungen verfolgen und notfalls gegen den Strom schwimmen.

Ein Ort zum Wohlfühlen

Beck wollte den Bürgern seiner Gemeinde einen Ort bieten, an dem sie sich wohlfühlen können. Das ist ihm offensichtlich gelungen, auch wenn sich nicht immer alles Wünschenswerte umsetzen ließ. Die Entscheidung, sich in Neufra als Bürgermeister zu bewerben, sei eine sehr gute Entscheidung gewesen, die sein Leben geprägt habe. „Die kleine Welt, die ich vorgefunden habe, habe ich bewusst gesucht“, sagt er im Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“.

In seiner Amtszeit war Beck auch als Mitglied des Kreistags aktiv. Er brachte sich im Werksausschuss Kreisabfallwirtschaft, im Verwaltungs- und Sozialausschuss, im Umwelt- und Kulturausschuss und im Jugendhilfeausschuss mit seiner geraden, direkten Art ein und prägte so auch das Leben im Landkreis.

Das Schicksal hat Jürgen Beck schweren Prüfungen unterzogen. Sein Sohn Daniel starb 2008 an einem Gehirntumor und 2011 wurde bei ihm selbst Lungenkrebs diagnostiziert. Die Ärzte gaben ihm damals noch eine Lebenszeit von wenigen Wochen. Mit der ihm eigenen Kraft stemmte sich Beck gegen die Krankheit, und so sind ihm dann doch sechseinhalb Jahre verblieben, von denen er drei noch seiner Gemeinde gewidmet hat.

Die Trauerfeier findet am Samstag, 28. Oktober um 11 Uhr in der Kirche St. Mauritius in Neufra statt. Die Beisetzung ist um 15 Uhr auf dem Friedhof in Pfullingen.

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