Der Neufraer Gemeindewald bleibt ein Erfolgsgarant

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 Gemeinderäte, Fachleute und Gäste diskutieren im Gewann Friedershalde über Maßnahmen zur Sicherung von Mischwäldern.
Gemeinderäte, Fachleute und Gäste diskutieren im Gewann Friedershalde über Maßnahmen zur Sicherung von Mischwäldern. (Foto: Heinz Thumm)
Heinz Thumm

Als einen „Erfolgsgaranten“ hat Forstbereichsleiter Jörg Scham den Neufraer Gemeindewald in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend bezeichnet. Wie Scham berichtete, umfasst der Gemeindewald eine 661 Hektar große Holzbodenfläche in einer zerklüfteten Landschaft. Durch ihren Wald nimmt die Gemeinde jedes Jahr durchschnittlich 96 600 Euro ein. Und trotz der Holzernte ist der Vorrat weiter angestiegen.

Im Gewand Friedershalde zeigten Forsteinrichter Alexander Jentsch, Forstbereichsleiter Jörg Scham und Forstrevierleiter Robert Hauser Beispiele der Waldbewirtschaftung in einem vielfältigen Mischwald. In dem hiebsreifen 140- bis 160-jährigen Mischbestand mit 75 Prozent Buche, 10 Prozent Fichte und 10 Prozent Kiefer im Oberstand und fast flächiger Naturverjüngung im Unterstand wurde im vergangenen Winter Holz eingeschlagen.

Einzelne Kiefern bleiben stehen

Zwei Waldarbeiter hatten die Bäume gezielt gefällt, ein Vollernter übernahm die Sortierung. In Hanglagen wurden Bäume mit der Seilwinde an den Weg gezogen. Durch die brachialen Buchen- und Fichtenkronen entstanden in Einzelfällen Löcher in der Verjüngung, die später mit Fichten und Douglasien ausgepflanzt wurden. Für die nächste Generation Wald blieben einzelne Kiefern in der Nähe der Wege stehen.

Reisschläge wurden aufgearbeitet, zum Teil wurde Reisig auch gehackt oder auf Haufen gestapelt. In einer intensiven Schlagpflege wurden beschädigte und umgedrückte Jungpflanzen beseitigt. Geschlossene Bereiche der vier bis acht Meter hohen Buchen-Naturverjüngung bleiben unbehandelt, können sich stabilisieren und werden erst bei einer Oberhöhe von mehr als zehn Metern im Zuge einer Jungbestandspflege bearbeitet.

Einige Gemeinderäte kamen auf Dürreschäden und Borkenkäferbefall zu sprechen und erkundigten sich danach, warum dennoch mit Fichten weitergearbeitet wird. Die Antwort der Forstleute: Ohne Mischwuchsregulierung würde die Buche Oberhand gewinnen. Weil aber jede Monokultur zu vermeiden ist, wird durch die Ausformung von Buchen- und/oder Fichtengruppen eine gesunde Mischung hergestellt. Nach derzeitigen Erfahrungen sei zu erwarten, dass Fichten an guten Standorten auf der Schwäbischen Alb und bei entsprechender Höhenlage durchaus noch Chancen haben.

Tanne eignet sich nur bedingt

Im weiteren Verlauf des Waldbegangs wurden Beispiele für Mischbaumarten vorgestellt. Douglasie aus richtigen Herkünften und auf entsprechenden Bodenverhältnissen werden als geeignet beurteilt. (Weiß-)Tanne gilt als sehr empfindlich in der Jugendphase, bekommt selten ausreichende Niederschläge und ist sehr stark verbissgefährdet. Lärche kann durchaus mit einbezogen werden.

An einem eindrucksvollen Beispiel wurde eine Pflegefläche vorgestellt: Bei einer Oberhöhe von acht bis zehn Metern wurden in der Jungbestandspflege Buchen- und Fichtengruppen ausgeformt. Bestehende Konkurrenz im Wachstum wurde beseitigt, Freiräume für gute Entwicklung wurden geschaffen. Die Mischung wurde gesichert.

Außer der waldbaulichen Bewirtschaftung wurden in der Sitzung auch noch Schäden durch Holzernte, Bestandserschließung durch Rückegassen, Betriebswirtschaft und Fragen des Totholzes behandelt.

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