Bei der spektakulären Rettung sind „Gaffer“ ausnahmsweise erwünscht

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Das DRK Gammertingen und die freiwillige Feuerwehr zeigen bei einer Schauübung, wie sie Menschenleben retten.
Das DRK Gammertingen und die freiwillige Feuerwehr zeigen bei einer Schauübung, wie sie Menschenleben retten. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Neufra hat mit zahlreichen Besuchern sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Am Nachmittag zeigten die Freiwillige Feuerwehr Neufra und die DRK-Kollegen aus dem Umkreis, wie sie Menschenleben retten.

Nicht nur das Martinshorn rief die Festgäste auf den Parkplatz vor der Fehlatalschule, auch der präparierte Polo lockte wie gewünscht Schaulustige vor die Festhalle. Auf dem Fahrersitz und dem Beifahrersitz saßen Lukas und Lukas, beide dreizehn Jahre alt und für den Unfall fernsehgerecht geschminkt. Die Feuerwehr Neufra und das DRK, vertreten durch die DRK Gammertingen, haben einen Notruf erhalten: „Zwei Personen im Auto verletzt.“ Nach Eintreffen der Helfer wurde schnellstmöglich Hand in Hand gearbeitet. Das Auto musste aufgebrochen werden, der Beifahrer kann mit einer Halskrause das Auto mit Unterstützung verlassen und wird am Straßenrand weiterbehandelt. Währenddessen ist klar, dass der Fahrer möglicherweise Verletzungen an der Wirbelsäule hat und mit dem Spineboard liegend geborgen werden muss. Das geht nur bei offenem Dach, also muss dieses mit schwerem Gerät entfernt werden.

Am Schluss der Übung gab es spontanen Beifall. Einmal zu sehen, wie bei einem Unfall gearbeitet wird, war für die „Zaungäste“, die als „Gaffer“andernorts bestraft werden können, eindrucksvoll. Die Mutter eines der Schein-Verletzten filmte die Bergung mit dem Handy und meinte: „Ich weiß ja, dass es nur Schau ist, trotzdem ist es ganz komisch.“

Das DRK Neufra durfte sich unter die Zuschauer mischen, denn die Kollegen aus Ostrach und Mengen halfen bei dieser Übung aus. 15 Aktive haben die Neufraer und Nachwuchs ist immer erwünscht. Auch dafür ist eine solche Schauübung gut. Bereitschaftsleiter Wolfgang Epple sagte, er sei stolz auf sein Team. Dennoch ist es keine einfache Aufgabe, wenn man immer wieder zwischen Leben und Tod handeln muss und doch nicht immer helfen kann. Rettungssanitäterin Sandra Reck ist schon ganz jung zum DRK Neufra gekommen. Gern erinnert sie sich an einen gut ausgegangenen Einsatz, den sie als junge DRKlerin erlebte. Während der Fahrt ins Krankenhaus kam ein Baby im Krankenwagen mit ihrer Hilfe auf die Welt: „Es war ein Mädchen und heißt jetzt auch Sandra.“

Nach der Schauübung wurde wieder das Bärenhospital im Krankenwagen auf den Platz gefahren. Hier konnten die Kleinen unter Anleitung des DRK Mengen einen menschengroßen Bären und ihre eigenen kleinen Bären und Hunde „verpflastern“. Den Kindern soll so die Angst vor Erste-Hilfe-Einsätzen genommen werden. Anklang fanden auch die Fahrzeuge, die das DRK Mengen bereitgestellt hatte.

Die Rettungshundestaffel DRK Zollernalb führte vor, wie Hund und Mensch im Team bei der Suche nach Menschen zusammenarbeiten. Bereitschaftsleiterin Bianca Nolle ließ ihren Border Collie Easy über eine Leiter gehen. Eine schwierige Aufgabe, denn Hunde, so Nolle, müssen erst lernen, alle vier Pfoten, also auch die Hinterläufe, gleichzeitig einzusetzen. Seit Easy neun Wochen alt ist, gehen sie zwei Mal pro Woche zum Training. Rund zwei Jahre brauchen die Hunde, bis sie geprüft und eingesetzt werden können.

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