Katharina Riester (rechts) lässt sich von Conny Engel bei der nächsten Übung der Sitzgymnastik helfen. Engel ist schon 17 Jahre
Katharina Riester (rechts) lässt sich von Conny Engel bei der nächsten Übung der Sitzgymnastik helfen. Engel ist schon 17 Jahre als Ehrenamtliche im Team von St. Klara. (Foto: Caritas)
Schwäbische Zeitung

Für viele ältere Menschen, die nicht mehr alles alleine zuhause erledigen können und deren Angehörige auch nur bedingt helfen können, ist die Tagespflege St. Klara der Caritas eine willkommene Hilfe.

Monika Schaude aus Nusplingen ist seit drei Jahren in Rente. Doch mit einem beschaulichen Rentnerdasein wurde es nichts. Ihre damals noch 86-jährige Mutter Katharina Riester war längst Witwe, wohnte aber noch alleine in einem Haus. Sie war nicht pflegebedürftig und konnte noch eine ganze Menge selbst erledigen. Pflanzen waren ihre Leidenschaft. Irgendwann hat sie begonnen, ihre Lieblinge zehnmal am Tag zu gießen. „Da habe ich mir schon Gedanken gemacht“, sagt Tochter Monika. Eines Tages war der Backofen an und die Plastikschüsseln, die die alte Damen hineingestellt hatte, waren schon verformt. „Sofort den Herd vom Stromnetz trennen“, empfahl der Arzt. Aber es gab noch andere Anzeichen. „Die Tendenz zum Weglaufen nahm immer mehr zu“, sagt die Tochter. Mutter war immer schon gerne gelaufen, auch viele Kilometer. Aber jetzt verließ sie das Haus, ließ die Haustür offen, der Schlüssel lag an der Garderobe und es begann immer wieder eine Suchaktion mit Auto und Fahrrad. „Es war grausam“, sagt Monika. Nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Angst.

Die Mutter hat jetzt Pflegegrad drei. Beim Anziehen war schon länger Hilfe nötig. Während die Tochter in der Küche den Abwasch vom Frühstück erledigte, zog die Mutter nochmal zwei Pullover an. „Sie wollte sich halt schön machen“, schmunzelt die Tochter. Was der Mutter geblieben ist, das ist der Spaß am Schuheputzen. „Stundenlang macht sie das.“

Eine Bekannte erzählte von der Tagespflege St. Klara des Caritasverbandes Sigmaringen im ehemaligen Internat der Liebfrauenschule. Deren Mutter war auch dort gewesen und die Zufriedenheit war überaus groß. „Ich habe mal darüber nachgedacht und einfach angerufen.“ Darf die Mutter kommen? „Ja klar,“ hieß es und weil schon kurze Zeit später Schnuppertag war, ging sie dann mit der Mutter hin. „Es war ein wunderbarer Tag,“ Sie war total überwältigt. Es ging dann relativ schnell, dass Mutter einen Tag und dann zwei gehen konnte. Das war 2016. Mittlerweile kommt dreimal in der Woche „das Busle“, wie die Katharina sich immer freut, wenn es klingelt.

Einmal wird sie auch von der Nachbarschaftshilfe gefahren und auch Tochter Monika dient einen tag in der Woche als „Taxi“. Die Gruppe sei für die alte Dame einfach toll. Wenn die Mutter abends ins Bett geht, dann hat sie immer eine große Bitte: „Weckst du mich vor das Bussle kommt?“. . „Für mich ist es eine große Entlastung, aber im Vordergrund steht, dass es Mama gut geht. Und dann geht es mir auch gut“, sagt Monika Schaude und ist voll des Lobes. Personal, Einrichtung und Atmosphäre seinen einfach toll. Sollte sie selbst einmal dement werden, so ist für sie klar: „In eine solche Gruppe möchte ich gehen.“

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