Wer den Topf bei den Meßkircher Glascontainern abgeladen hat, kann nicht geklärt werden. Richter Jürgen Dorner spricht die besch
Wer den Topf bei den Meßkircher Glascontainern abgeladen hat, kann nicht geklärt werden. Richter Jürgen Dorner spricht die beschuldigte 39-Jährige am Dienstagnachmittag frei. (Foto: Tobias Hase/dpa)
Sebastian Musolf

Eine 39-jährige Frau aus dem Raum Meßkirch hat sich am Dienstagnachmittag vor dem Amtsgericht Sigmaringen wegen einer Ordnungswidrigkeit verantworten müssen. Ihr wurde vorgeworfen, im März dieses Jahres bei den Glascontainern auf dem Meßkircher Bahnareal gegenüber dem Aldi-Markt unerlaubterweise einen Topf abgeladen zu haben. Gegen das verhängte Bußgeld hatte die Frau Einspruch eingelegt.

Gegenüber Richter Jürgen Dorner schilderte sie den Vorfall: „Ich habe keine Töpfe abgeladen. Ich hatte nur eine Kiste mit fünf Gläsern dabei.“ Zusammen mit dem Richter und ihrem Verteidiger Gossy Kiefer nahm die Frau die Bilder der Überwachungskamera in Augenschein, die sie bei den Glascontainern zeigen. Auf einer Aufnahme war ein Topf zu sehen, obwohl etwa eine halbe Minute vorher an dieser Stelle noch keiner gestanden hatte. „Der Topf ist nicht meiner. Ich habe keine schwarzen Töpfe“, sagte die 39-Jährige. Sie berichtete zudem, dass zuvor andere Personen an den Containern waren. Von diesen könnte der Topf stammen.

Als Zeuge sagte ein Mitarbeiter der Meßkircher Stadtverwaltung aus, der die Videoaufnahmen ausgewertet hatte. Eine Kamera wurde bei den Containern installiert, da dort in der Vergangenheit immer wieder größere Mengen Müll illegal entsorgt worden waren, etwa Speisereste. Die Kamera macht alle fünf Sekunden ein Bild, wenn sich jemand bei den Containern bewegt. Der Mann sagte aber auch, dass vor allem die hinteren Container recht weit weg von der Kamera stehen würden, sodass der Bewegungsmelder nicht immer ausgelöst werde. Auf den ausgewerteten Bildern sei jedoch nur die Beschuldigte zu sehen und keine anderen Menschen.

Verteidiger Kiefer forderte Freispruch für seine Mandantin. Es gebe kein einziges Bild, auf dem zu sehen sei, dass die 39-Jährige den besagten Topf abgeladen habe. Da das Gelände bei den Containern von mehreren Seiten zugänglich sei und die Kamera nicht jede Bewegung wegen der Entfernung erfassen könne, sei es denkbar, dass jemand anderes den Topf dort abgestellt habe. „Es gibt keinen Nachweis, dass meine Mandantin den Topf deponiert hat.“ Das sah auch Richter Dorner so und sprach die Frau frei. „Der Vorwurf lässt sich nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachweisen“, sagte er in seiner Urteilsbegründung.

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