Toter Säugling im Wald von Frohnstetten gefunden

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Der Fundort der Babyleiche liegt in einem Waldstück. (Foto: sz)
Im Fall des tot aufgefundenen Säuglings suchen die Ermittler nun dringend Zeugen, die in den vergangenen Tagen im Bereich der Landestraße 453 zwischen Kaiseringen und Frohnstetten etwas Verdächtiges wahrgenommen haben oder eine Frau kennen, die bis vor Kurzem noch schwanger war und jetzt kein Kind hat. Sie werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat Sigmaringen unter der Telefonnummer 07571/1040 zu melden.

In Stetten am kalten Markt ist am Montagvormittag ein toter Säugling gefunden worden. Wie die Staatsanwaltschaft Hechingen und das Polizeipräsidium Konstanz am Dienstag gemeinsam mitteilten, fand ein Zeuge das tote Neugeborene bei Arbeiten in seinem Waldstück im Ortsteil Frohnstetten.

Zur Klärung der genauen Todesursache, Todeszeitpunkt und Alter des Säuglings wurde von der Staatsanwaltschaft Hechingen beim zuständigen Amtsgericht die Obduktion des Neugeborenen beantragt. Polizeihauptkommissar Markus Sauter vom Polizeipräsidium berichtet auf Nachfrage, dass die Obduktion im Laufe des Dienstags erfolgen werde. „Angaben zum Geschlecht des Babys machen wir aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit aber noch nicht“, sagt Sauter. In jedem Fall wollten die Ermittler demnach zunächst das Obduktionsergebnis abwarten, bevor sie weitere Informationen an die Öffentlichkeit geben.

Zur Identität der Kindsmutter ist derzeit nichts bekannt. „Es ist noch alles völlig offen und insofern auch alles denkbar“, sagt Sauter. „Wir schließen auch nicht aus, dass der Säugling von jemandem dort abgelegt wurde, der nicht in der Gegend wohnt.“

Die zweite Schreckensnachricht binnen anderthalb Jahren

Der Stettener Bürgermeister Maik Lehn zeigte sich am Dienstag schockiert von den Ereignissen. „Das ist einfach unfassbar“, sagt er. „Wir sind von der Nachricht alle kalt erwischt worden und sehr erschrocken darüber.“ Lehn sagt, dass er eigentlich gar keine Worte dafür fände. „Aus meiner Sicht ist das Ganze völlig unverständlich. Es gibt ja nicht zuletzt dank der Babyklappen heute genug Möglichkeiten, auch in scheinbar ausweglosen Situationen eine Lösung zu finden.“ Der Bürgermeister erfuhr am Dienstag von dem grausigen Fund. „Ich habe zwar am Montag die Polizei gesehen, das aber nicht weiter verfolgt.“

Es ist die zweite Schreckensnachricht binnen anderthalb Jahren, die den beschaulichen Stettener Ortsteil Frohnstetten erschüttert. Im Mai 2017 hatte dort ein Kangal eine 72-jährige Spaziergängerin totgebissen. Anfang Juli dieses Jahres wurden die Halter des türkischen Herdenschutzhundes zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Hier werden die meisten Straftaten verübt (2017)

Im Fall des tot aufgefundenen Säuglings suchen die Ermittler nun dringend Zeugen, die in den vergangenen Tagen im Bereich der Landestraße 453 zwischen Kaiseringen und Frohnstetten etwas Verdächtiges wahrgenommen haben oder eine Frau kennen, die bis vor Kurzem noch schwanger war und jetzt kein Kind hat. Sie werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat Sigmaringen unter der Telefonnummer 07571/1040 zu melden.
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