Ostracher ärgert sich über Deponie-Mitarbeiter

Lesedauer: 5 Min

Der Ostracher Christian Strobel wartet vor dem Tor der Mülldeponie Ringgenbach an der roten Ampel.
Der Ostracher Christian Strobel wartet vor dem Tor der Mülldeponie Ringgenbach an der roten Ampel. (Foto: Christian Strobel)
Sebastian Musolf

Der Ostracher Christian Strobel ärgert sich über einen Mitarbeiter der Mülldeponie Ringgenbach. Dieser soll ihm das Tor vor der Nase zugemacht und somit verhindert haben, dass Strobel seine Grüngutabfälle abladen konnte.

Der 31-Jährige berichtet, dass er am Montag, 2. Oktober, zweimal nach Ringgenbach gefahren sei, um Grüngutabfälle zu entsorgen. Um 16.30 Uhr schließt die Deponie. „Als ich dann ein drittes Mal an die Deponie gefahren bin, stand ich um 16.31 Uhr an der roten Ampel und musste warten, bis die ausfahrenden Fahrzeuge bezahlt hatten. Um 16.34 Uhr stand ich immer noch dort, worauf ich dann ein Foto gemacht habe“, sagt Strobel.

Um 16.35 Uhr sei das Hofschiebetor zur Hälfte geschlossen worden, einfahren sei nicht mehr möglich gewesen. Er habe im einzigen Auto an der Ampel gesessen. „Ich bin dann ins Büro gelaufen und habe gefragt, ob mich der Mitarbeiter übersehen hat oder warum er mich nicht reinlassen möchte.“ Darauf habe der Mann geantwortet, dass Strobel vier Minuten zu spät sei. „Ich erinnerte ihn daran, dass ich schon drei Minuten vor der roten Ampel stehe.“ Der Mitarbeiter habe geantwortet: „Mir egal, ich darf nicht.“ Das „Ich darf nicht“ soll der Mann zehnmal wiederholt haben. Für Strobel habe es sich so angehört, als wenn der Mitarbeiter von seinem Vorgesetzten Ärger bekommen würde, wenn er den Ostracher einfahren lässt.

„Ich arbeite als Dienstleister in der Industrie. Wenn ich mich so anstelle, bin ich morgen arbeitslos“, sagt der 31-Jährige. Es sei ihm klar, dass die Mitarbeiter am Brückentag schnell Feierabend haben wollen: „Aber dann muss die Deponie eben geschlossen bleiben.“ Strobel ist der Meinung, dass die Mitarbeiter der Deponie anders geschult und sensibilisiert werden müssen. „Oder sie müssen mehr Freiraum bekommen.“ In Gesprächen mit seinen Bekannten haben diese ähnliche Erlebnisse mit der Deponie geschildert, sagt Strobel. „Das passiert vielen Leuten. Die sind knallhart.“ Der Ostracher findet dieses Verhalten kundenunfreundlich.

Das Landratsamt Sigmaringen, das für die Mülldeponie Ringgenbach zuständig ist, nimmt zu dem Vorfall Stellung. „Unsere Mitarbeiter auf der Deponie sehen sich als Dienstleister und sind stets bemüht, gegenüber den Kunden in allen Angelegenheiten ordentlich zu handeln“, sagt Sprecherin Sabine Stark. Die Mitarbeiter sind daher grundsätzlich bereit, Anlieferer um 12 Uhr oder kurz nach 16.30 Uhr zu bedienen – auch auf Kosten der eigenen Mittagspause und des Feierabends.

Sehr viele Anlieferungen am Brückentag

„Am Brückentag, 2. Oktober, hatten wir insgesamt 550 Anlieferungen mit mindestens 1100 Wiegungen, was überdurchschnittlich viel war. Um den Andrang an diesem Tage zu bewältigen, machten die Kollegen eine verkürzte Mittagspause, sodass die Warteschlange um die Mittagszeit bewältigt wurde“, berichtet Stark.

An diesem Tag sei der letzte Anlieferer um 16.30 Uhr und 52 Sekunden auf die Deponie gefahren. „Zu diesem Zeitpunkt war kein weiteres Fahrzeug an der Ampel. Unser Mitarbeiter hat daher zu diesem Zeitpunkt entschieden, das Tor zu schließen“, sagt Stark. Da noch einige Kunden auf dem Wertstoffhof beziehungsweise Kompostplatz ihre Reststoffe abluden, habe es bis kurz vor 16.45 Uhr gedauert, bis das letzte Auto letztendlich von der Deponie abfuhr.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen