Mozart hat einst in Meßkirch übernachtet

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Der berühmte Komponist Wolfgang Amadeus Mozart übernachtete vermutlich in der Posthalterei zum „Roten Ochsen“.
Der berühmte Komponist Wolfgang Amadeus Mozart übernachtete vermutlich in der Posthalterei zum „Roten Ochsen“. (Foto: Andy Bernhaut/dpa)

Wussten Sie, dass Wolfgang Amadeus Mozart schon einmal in Meßkirch gewesen ist? Welcher Meßkircher hat es zum Musikdirektor der Walt-Disney-Filmstudios gebracht? Was hat die Skisprunglegende Georg Thoma in der Stadt gemacht? Zahlreiche Persönlichkeiten haben die Stadt aufgesucht oder sind dort geboren. Unser neuer Serienteil stellt 20 von ihnen näher vor. Die folgende Auflistung entstand mit Unterstützung des Historikers Werner Fischer.

1. Abraham a Sancta Clara (1644 bis 1709): Der berühmte barocke Wiener Hofprediger besuchte in Meßkirch die Lateinschule.

2. Cosmas Damian Asam (1686 bis 1739): Der berühmte Barockmaler stattete zusammen mit seinem Bruder Egid Quirin die Meßkircher Nepomukkapelle aus. Das war sein letztes Werk.

3. Julius Bender (1893 bis 1966): Er war von 1922 bis 1926 evangelischer Vikar in Meßkirch. Später wurde Bender Landesbischof der badischen Landeskirche. Eine Straße in Meßkirch ist nach ihm benannt.

4. Ludwig Fischer-Schwaner (1899 bis 1964): Der Pianist, Komponist und Musikpädagoge zog 1944 von Sigmaringen wegen des Einzugs der Vichy-Regierung nach Meßkirch um. Er war Gründer des Kunstkreises Meßkirch und des musischen Erziehungswerks Meßkirch.

5. Conrad Kayser (1848 bis 1902): Er war von 1875 bis 1877 evangelischer Pfarrer in Meßkirch, danach Mitbegründer der Inneren Mission in Baden, Gründer des Wartburgvereins und von Anstalten für kränkliche und erholungsbedürftige Kinder, Frauenheimen und Fürsorgeeinrichtungen für Trinker. Conrad Kayser war Konsistorialrat und Ehrendoktor der Universitäten Kiel und Marburg.

6. Laurentius von Schnifis (1633 bis 1702): Er war Kapuzinermönch, Prediger, Dichter und Komponist. Um 1695 lebte er im Meßkircher Kapuzinerkloster. Hier entstand seine „Mirantische Maul-Trommel“.

7. Marie Antoinette von Österreich (1755 bis 1793): Auf ihrer Reise zur Hochzeit mit dem französischen Dauphin (Thronfolger) kam sie im Mai 1770 durch Meßkirch, aß hier zu Mittag und ruhte sich aus – worauf die Kolonne weiterzog.

8. Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791): Auf der Rückfahrt von ihrem 14-monatigen Aufenthalt in England (in Begleitung des Kammerdieners Sebastian Winter, der am 11. April 1815 in Meßkirch starb) übernachtete die Familie Mozart (Vater, Mutter und die beiden Kinder Nanette und das achtjährige „Wolferl“) laut Tagebucheintrag von Leopold Mozart in Meßkirch – vermutlich in der Posthalterei zum „Roten Ochsen“.

9. Johann Martin Schleyer (1831 bis 1912): Der Dichter und Schriftleiter war von 1862 bis 1867 Kaplan in Meßkirch und von 1867 bis 1875 Pfarrer in Krumbach. Im Verlauf des Kulturkampfes 1875 wurde er zu Festungshaft verurteilt. Später war Schleyer Pfarrer in Litzelstetten. Er ist Erfinder der Weltsprache „Volapük“.

10. Johann Baptist Seele (1774 bis 1814): Er war ein früher realistischer Maler und Galeriedirektor in Stuttgart (Königsbilder im Alten Schloss, Schloss Ludwigsburg). Als Sohn eines fürstenbergischen Soldaten wurde in Meßkirch geboren.

11. Arnold Stadler (geboren 1954): Der Schriftsteller der mittlerweile in Rast lebt, wurde in Meßkirch geboren. 1989 erschien sein Werk „Ich war einmal“, das von Stadlers Erinnerungen an seine Meßkircher Schulzeit handelt. 1999 erhielt er den Georg-Büchner-Preis.

12. Georg Wünsch (1887 bis 1964): Er war von 1916 bis 1922 evangelischer Pfarrer in Meßkirch und schrieb hier seine Dissertation „Die Bergpredigt bei Luther“. Sein Motto lautete: „Man muss Christ und Sozialist sein.“ Er war der erste Inhaber des Lehrstuhls für Sozialethik in Marburg und Herausgeber der Zeitschrift „Christ und Sozialist“ sowie Präsident des „Deutschen Bundes für freies Christentum”.

13. und 14. Anita und Alexandra Hofmann: Die beiden Schlagersängerinnen (geboren 1974 und 1977) stammen aus dem Sigmaringer Stadtteil Jungnau und leben seit 1988 in Igelswies. Im nächsten Jahr feiern sie ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Kürzlich erschien ihr neues Album „Hautkontakt“. Die beiden sind Ehrenbürgerinnen der Stadt Meßkirch.

15. Martin Heidegger (1889 bis 1976): Er wurde in Meßkirch geboren. Heidegger gilt als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Heidegger beschäftigte sich vor allem mit dem menschlichen Dasein und der Existenz-Philosophie. Sein Hauptwerk „Sein und Zeit“ verfasste er 1926 in seiner Hütte in Todtnauberg im Schwarzwald. Er begründete damit die Lehre der Fundamentalontologie. Er ist Ehrenbürger der Stadt Meßkirch. Kritisch wird Heideggers Haltung im „Dritten Reich“ gesehen.

16. Bernhard Welte (1906 bis 1983): Der katholische Geistliche wurde in Meßkirch geboren. Er war Professor für christliche Religionsphilosophie in Freiburg. Ihm wurde die Meßkircher Ehrenbürgerwürde verliehen.

17. Georg Thoma (geboren 1937): Der Skispringer hat 1960 die olympische Goldmedaille und 1966 die Weltmeisterschaft in der Nordischen Kombination gewonnen. Zum Festakt anlässlich des 125. Geburtstags Martin Heideggers im Jahr 2014 ist Thoma nach Meßkirch gekommen. Er kommt an mehren Stellen in dem an diesem Abend aufgeführten Filmkonzert „Schwarzwald – Klangfarben und Lichtblicke“ vor.

18. Conrad Gröber (1872 bis 1948): Er wurde in Meßkirch geboren und war von 1932 bis 1948 Erzbischof von Freiburg. In diesem Frühjahr hat es eine Diskussion um Gröbers Nähe zu den Nationalsozialisten gegeben, im nächsten Jahr soll eine Gröber-Fachtagung in der Stadt stattfinden. In Meßkirch ist eine Straße nach Conrad Gröber benannt und er ist Ehrenbürger der Stadt.

19. Fritz Stärk (1891 bis 1969): Komponist Fritz Stärk wurde in Meßkirch geboren und wanderte 1913 in die USA aus. Er war von 1938 bis 1961 Musikdirektor der berühmten Walt-Disney-Filmstudios.

20. Conradin Kreutzer (1780 bis 1849): Der Komponist wurde in der Thalmühle bei Meßkirch geboren. Als sein bekanntestes Werk gilt die Oper „Das Nachtlager in Granada“.

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