Mehr als 65000 besuchen „Campus Galli“

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Holzhandwerker arbeiten im Campus Galli an der Holzkirche. Diese konnte in der abgeschlossenen Saison so gut wie fertiggestellt
Holzhandwerker arbeiten im Campus Galli an der Holzkirche. Diese konnte in der abgeschlossenen Saison so gut wie fertiggestellt werden. (Foto: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung

Am Dienstag ist die Saison des „Campus Galli“ zu Ende gegangen. Geschäftsführer Hannes Napierala blickt zufrieden auf die vergangenen Monate.

Als die Mittelalterbaustelle im April ihre Tore zur vierten Saison öffnete, waren die Erwartungen vonseiten der Geschäftsführung groß. Für die Saison 2016 war der Eingangsbereich neu gestaltet und ein Museumsshop gebaut worden. Es sollten 60000 Besucher erwartet werden. Das nasskalte Aprilwetter und dementsprechend wenig Besucher, dämpften laut Geschäftsführung die Euphorie zunächst. Doch das Ziel bezüglich der Besucherzahlen wurde sogar überboten. Bis einschließlich 1. November zählte der „Campus Galli“ 65755 Besucher für die Saison.

Das große Interesse erklärt sich Napierala mit zwei Argumenten: „Wir sind noch in der Phase, in der unser Bekanntheitsgrad exponentiell wächst. Sicherlich hat auch ein Beitrag über den 'Campus Galli’ im SWR im Mai zu mehr Bekanntheit beigetragen.“ Kurz nachdem der Film des SWR ausgestrahlt wurde, sei die Besucherzahl auf der Webseite des „Campus Galli“ geradezu explodiert. „Da ist uns kurzzeitig die Webseite abgestützt“, erinnert sich der Geschäftsführer.

Nach wie vor seien der Großteil der Besucher Tagesgäste aus dem Umland, dem Kreis Stuttgart, der Schweiz und der Bodenseeregion. „Die Zahl an internationalen Besuchern ist aber auch in diesem Jahr stark gewachsen“, sagt der Geschäftsführer.

Die Besucherzahl soll im nächsten Jahr noch einmal gesteigert werden. Mit 80 000 Besuchern wird geplant. Hannes Napierala schätzt aufgrund der geplanten Arbeiten in der kommenden Saison bereits jetzt die Zahl der Besucher für 2017 so hoch ein. „Jetzt fängt die Baustelle erst richtig an. Bisher haben wir eher Baustätten eingerichtet, die der Zuarbeit dienen sollen. Kommende Saison wollen wir den Gemüse- und Obstgarten und die Scheune fertigstellen. So verdichtet sich die Siedlungsstruktur.“

In den vergangenen Tagen wurde vor Saisonabschluss noch das Dach des Schweinestalls gedeckt. Der Innenraum der Holzkirche konnte in der abgeschlossenen Saison beinahe fertiggestellt werden. „Wir haben das geschafft, was für 2016 auch geplant war. In der Kirche müssen außer dem Innenraum nur noch Kleinigkeiten im Außenbereich fertig gestellt werden“, sagt Napierala. „Aber daran arbeiten wir je nach Wetterlage auch noch nach dem Saisonabschluss.“ Auf den Lehmunterbau des Bodens soll ein Kalkmörtel-Estrich folgen, außerdem müssen die Chorschranken gesetzt werden. Die „Küferwerkstatt“ des Klosterplans ist gerade in Planung und soll nächstes Jahr ebenfalls angegangen werden.

„Es treten immer neue Herausforderungen auf, die man anpacken muss. Wir wollen nicht, dass irgendein Besucher mit einem negativen Eindruck das Gelände verlässt“, sagt der Geschäftsführer rückblickend auf die Saison. Küche und Kasse hätten dieses Jahr hervorragend funktioniert, es gab kaum Wartezeiten.

Napierala hebt außerdem hervor, dass 2016 der Dialog mit und die Einbindung von Wissenschaftlern deutlich zugenommen hätten. Die von Landkreis und der „Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur“ durchgeführte Karolinger-Tagung in Meßkirch sowie die Buchkunst-Ausstellung hätten ebenfalls stark dazu beigetragen, das der Bekanntheitsgrad des Projekts „Campus Galli“ in der Wissenschaft wächst.

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