Meßkirch will eine City-Streife testen

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Sicherheitsdiesnt Aquila.
Sicherheitsdiesnt Aquila. (Foto: Archiv: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Sigmaringen

Die Stadt Meßkirch will für zunächst sechs Monate von Mai bis Oktober den Innenstadtbereich in den Abend- und Nachtstunden durch eine City-Streife überwachen lassen. Dazu soll der Gemeinderat heute eine Entscheidung treffen. Es liegen der Verwaltung zwei Angebote vor. Der Auftrag soll an ein privates Sicherheitsunternehmen vergeben werden. Damit erhofft man sich mehr Ruhe und Ordnung in der Innenstadt.

„Es hat immer wieder Beschwerden von Anwohnern gegeben, dass es abends und nachts Lärm, Geschrei und Krawall gibt“, sagt Bürgermeister Arne Zwick. Auch entstehe Schmutz und es komme hin und wieder zu Sachbeschädigungen. Dagegen wolle die Stadt etwas unternehmen.

Dabei geht es allerdings nicht um die Verfolgung von Straftätern. Vorgesehen ist, dass jeweils zwei Mann an fünf Tagen in der Woche nach einem ungeregelten System in der Stadt unterwegs sind. Die Streifenmitglieder sollen Vorfälle dokumentieren und gegebenenfalls fotografieren oder auf die Ruhestörer einwirken. Sie werden aber nicht tätlich eingreifen.

„Da es ja immer weniger Polizei gibt, müssen wir selbst etwas unternehmen“, sagt Zwick, betont aber, dass er das nicht als Kritik an der Polizei verstanden wissen will. Die täte, was sie könnte, wäre aber halt unterbesetzt.

Erfolgreiche „Schwarze Sheriffs“

Man habe seinerzeit mit den so genannten „Schwarzen Sheriffs“ gute Erfahrungen gemacht. Die arbeiteten als Ein-Euro-Jobber und konnten bei Radau beruhigend wirken und mit den Leuten sprechen. Seit aber die Ein-Euro-Jobs abgeschafft wurden, gibt es auch keine „Schwarzen Sheriffs“ mehr. „Wir hoffen, dass die neue City-Streife dann auch Erfolge zeigt“, sagt Zwick. Vorgesehen ist eine erste Testphase über die Sommermonate, danach wird über eine Fotführung entschieden.

Im Haushaltsplan für dieses Jahr sind für die City-Streife 20 000 Euro eingestellt. Die Sicherheitsfirma soll fünfmal wöchentlich jeweils eine Stunde mit zwei Personen unterwegs sein. Dazu zählen auch Wochenenden und Feiertage. Der Dienst kann bei Bedarf auch zu weiteren Kontrollen geholt werden, die dann zusätzlich bezahlt werden müssen, wenn das Stundenkontingent überschritten ist.

Durch die nicht nach festem Plan ablaufenden Kontrollen können sich die Leute, die für Ruhestörung verantwortlich sind, nicht auf die City-Streife einstellen. Die fotografische Dokumentation erleichtert gegebenenfalls die Feststellung von Tätern, auch wenn die Männer der City-Streife keine polizeilichen Befugnisse haben.

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