Meßkirch kann Gewerbeflächen anbieten

Lesedauer: 7 Min
Beim SPD-Bürgergespräch im Café Brecht tauschen sich aus: Bürgermeisterkandidat Arne Zwick (re.), SPD-Ortsvereinsvorsitzender Rü
Beim SPD-Bürgergespräch im Café Brecht tauschen sich aus: Bürgermeisterkandidat Arne Zwick (re.), SPD-Ortsvereinsvorsitzender Rüdiger Hillenbrand (Zweiter v. re.) und interessierte Bürger. (Foto: Karlheinz Kirchmaier)
Karlheinz Kirchmaier

In Meßkirch wird am 23. September für die nächsten acht Jahre der Bürgermeister gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Arne Zwick hat seine Bewerbung bereits abgegeben. „Ich habe mich für eine weitere Amtspriode beworben, um meine Arbeit für diese schöne Stadt fortsetzen zu können“, sagte Zwick beim Bürgergespräch des SPD-Ortsvereines im Café Brecht. Er ist bislang der einzige Bewerber. Bis zum 27. August können sich noch weitere Bewerber melden.

In kurzen Stichworten erinnerte zunächst Zwick die Zuhörer daran, wie man mit vereinten Kräften in den vergangen 16 Jahren die Stadt voranbringen und fester positionieren konnte. Anschließend ging er in Stichworten auf die Vorhaben und Aufgaben ein, die es für die Stadt in den kommenden Jahren erfolgreich zu erledigen gilt.

Dabei bezeichnete er den Bereich Kinder und Familie nach wie vor als einen Schwerpunkt, was speziell die Kindergärten und die Kinderbetreuung betrifft. Hier müsse unbedingt nachgelegt werden, so Zwick. Auch bei den Schulen gebe es im Zusammenhang mit der Digitalisierung noch einiges zu erledigen. Doch habe die flächendeckende Glasfaserverkabelung für ein schnelleres Internet gesorgt und zwischenzeitlich einen guten Stand erreicht. Allerdings müsse der Ausbau der Hausanschlüsse noch wachsen.

„Dringend erforderlich ist die Sanierung einiger Straßen und Brücken im Stadtbereich“, fuhr Zwick fort. Hier habe man aus finanziellen Gründen mit der die Sanierung einige Jahre zu lange zugewartet. Gerade die Grabenbachstraße lasse von ihrem optischen Eindruck her zu wünschen übrig. Bei der innerstädtischen Verkehrsregelung gehe es noch um deren Umsetzung. Sie soll im Herbst dieses Jahres erfolgen. Auch der Hochwasserschutz in den Bereichen Heudorf und Igelswies sei in Arbeit. Mit der Fertigstellung rechne man im nächsten Jahr.

„Der Wirtschaftsfakor Meßkirch hat weiter an Boden gewonnen, das interkommunale Gewerbegebiet an der B 311 ist erschlossen und die Stadt kann voll erschlossenes Gelände heimischen und ausländischen Investoren anbieten“, sagte Zwick. Auch in Sachen Kauf der ehemaligen Wäscherei Häusler sei man mit der Firma Berendsen handelseinig. Die Stadt will nach dem Kauf der früheren Wäscherei das Gebäude selber abreißen und das Grundstück dann an die Bizerba verkaufen..

In Sachen Tourismus teilte Zwick mit, dass die Karolingische Klosterstadt „Campus Galli“ dank des guten Besuches auf einem guten Weg sei und eine Inbetriebnahme der Ablachtalbahn auch für den Personenverkehr nach Rücksprache mit dem Eigentümer der Bahn machbar sei. Allerdings befinde sich sei die Gleisanlage derzeit nicht mehr in bester Verfassung. Auch plane ein Meßkircher Bürger auf dem Hauptbühl ein Hotel zu erstellen. Noch sei aber das Schützenhaus dafür ein Hindernis. Bürgermeister Zwick hofft jedoch einen Weg zu finden, um das für den Tourismus wichtige Projekt realisieren zu können.

Im zweiten Teil der Veranstaltung bot der SPD-Ortsverein den Zuhörern die Möglichkeit eigene Fragen an Bürgermeister Zwick zu stellen. Dabei interessierte die Zuhörer vor allem die Meinung und die Ideen des Bürgermeisterkandidaten zum Schuldenstand der Stadt, den Maßnahmen der Stadt zum Erhalt des Ärztestandes, zur Schaffung von bezahlbaren Wohnraum in Meßkirch, zum Einsatz des neuen Sicherheitsdienstes und zum Altstadt-Sanierungsprogramm.

Hohe Schulden bei Stadtwerken durch Gebühren gedeckt

Zur Verschuldung der Stadt stellte Zwick fest, dass sich diese derzeit auf rund 20 Millionen Euro beläuft. Dabei entfallen rund 13 Millionen Euro auf die Abwasserbeseitigung und sieben Millionen Euro auf die Wasserversorgung. Die 20 Millionenn Euro Schulden seien jedoch zum großen Teil durch den Wasserzins und die Einnahmen bei der Wassergebühren abgedeckt.

Was das Ärztewesen, insbesondere den Ärztebedarf betreffe müsse sich die Stadt überlegen, so Zwick, ob nicht ein kommunales Ärztehaus mit eigenem Leiter, eigener Verwaltung und eigenem Kassenwesen eine Lösung wäre, so wie es bereits Kommunen in Norddeutschland teilweise machen.

In Sachen Schaffung bezahlbarem Wohnraums wies Zwick besonders auf das Förderprogramm der Stadt „Neues Meßkirch“ hin, bei dem nach Maßgabe der Richtlinien die Stadt für private Maßnahmen, die eine nachhaltige städtebauliche und klimaorientierte Entwicklung fördern, Zuwendungen gewährt. In diesem Zusammenhang sprach Zwick auch das Altstadtsanierungsprogramm der Stadt an, das immer noch laufe und bei dem man wieder ab Herbst Anträge bei der Stadt einreichen könne.

Hinsichtlich des neu eingerichteten Sicherheitsdienstes der Stadt, der aus zwei Personen besteht und zweimal pro Woche unregelmäßige Kontrollen am Tag und in der Nacht in bestimmten Bereichen der Stadt vornimmt, hatte Bürgermeister Zwick noch keine Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

Nach zwei Stunden schloss SPD-Ortsvereinsvorsitzender Rüdiger Hillenbrand das Bürgergespräch und bedankte sich beim Referenten und den Gesprächsteilnehmern.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen