Kreutzer-Chor überzeugt mit anspruchsvollem Programm

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Der Kreutzer-Chor und das German Mozart Orchestra treten gemeinsam in der St. Martinskirche auf. (Foto: Karlheinz Kirchmaier)

Am Ende waren die Vorsitzende Bärbel Hermann, der Dirigent Franz Raml und die vielen Sänger sichtlich erleichtert: Das Konzert des Meßkircher Kreutzer-Chors in der St. Martinskirche am Sonntagabend war ein voller Erfolg. Aufgeführt wurden die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart und Werke von Franz Schubert und Michael Haydn - damit hatte sich der Chor ein sehr anspruchsvolles Programm auferlegt. Seit Anfang des Jahres hatten die rund 40 Sänger einmal pro Woche sowie an drei Samstagen für das zweite Konzert unter Franz Raml geprobt.

Der Chor wurde dabei vom German Mozart Orchestra aus Ravensburg unterstützt, das auf Original-Instrumenten der Wiener Klassik musiziert hatte. Zusammen mit den Solisten Evelyn Schlude (Sopran), Cornelia Lanz (Mezzosopran), Ulrich Müller-Adam (Tenor) und Christian Feichtmair (Bariton) ergab das Ganze ein sakrales Konzert von überwältigendem Klang. Stehend applaudierten deshalb die Zuhörer, nachdem der letzte Ton der Zugabe verklungen war. Einziger kleiner Wermutstropfen: Die Kirche war nicht voll besetzt.

Mit einem feierlichen lateinischen Lobgesang, dem „Te Deum laudamus“ von Michael Haydn, begann das Konzert und verlangte den Sängern, dem Orchester und von Franz Raml, der die Gesamtleitung inne hatte, volle Konzentration ab. Schöne Klänge aus dem fünften Satz der „Vesperae solemnes“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die „Laudate Dominum“, folgten dem „Te Deum“, wobei vor allem Evelyn Schlude als Sopranistin überzeugte.

Mit der „Krönungsmesse“, einer der beliebtesten Mess-Vertonungen Mozarts, stand anschließend eine geballte Ladung Salzburger Klassik mit kraftvollem Beginn auf dem weiteren Programm. Dabei gelang es Raml, den einzigartigen, prunkvollen Klang, den Mozart der Messe 1779 einhauchte, herauszuarbeiten und dem liturgischen Ablauf des 17. Jahrhunderts anzupassen. Hervorragend war dabei unter anderem die 46 Takte umfassende Interpretation des „Ave verum“ durch Chor und Orchester, die heute bekannteste und am häufigsten aufgeführte Vertonung Mozarts. Nicht weniger eindrucksvoll waren in der sinfonischen Messe aber auch die Soli, die das Konzert mit dem Gesamtensemble zusammen zu einem musikalischen Hochgenuss werden ließen. Die St. Martinskirche tat mit ihrer guten Akustik das Übrige dazu.

Niemand schien allerdings nach 90 Minuten das Ende des Konzerts akzeptieren zu wollen. So erklatschte sich das Publikum mit minutenlang anhaltendem Beifall schließlich noch eine Zugabe: die Wiederholung des „Gloria“ aus der Krönungsmesse.

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