Im November soll die Dissertation so gut wie fertig sein

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Der Katalane Raimon Pàez Blanch ist nach seinem zweimonatigen Forschungsaufenthalt seit Kurzem zurück in seiner Heimat. (Foto: Sarah Schleiblinger)
Sarah Schleiblinger

Raimon Pàez Blanch hat als Stipendiat der Heidegger-Stiftung und der Philosophisch-technischen Hochschule Vallendar in den vergangenen zwei Monaten im Meßkircher Heidegger-Archiv an seiner Dissertation geforscht. Diese beschäftigt sich mit der „Weltfrage bei Heidegger“. Im Speziellen untersuchte Blanch Abhandlungen, die Heidegger in den Jahren von 1927 bis 1930 geschrieben hatte.

Bald unterrichtet der 37-Jährige wieder

Zurück in seiner Heimat geht es für ihn jetzt ans Sammeln, Kategorisieren und Schreiben seiner Arbeit. „Noch bis Ende November habe ich Zeit, mich voll und ganz auf meine Doktorarbeit zu konzentrieren“, sagt Pàez Blanch. Anschließend geht es für den 37-jährigen Lehrer zurück an die Schule. „Dann unterrichte ich hauptberuflich wieder 16- bis 18-Jährige in Philosophie“, sagt er.

Pàez Blanch hat seine Doktorarbeit in zwei Teile gegliedert: „Erstens will ich aufzeigen, wie man auf verschiedenen Wegen über Heideggers Schriften zur Weltfrage gelangen kann.“ In einem zweiten Teil will der 37-jährige Katalane versuchen, Heidegger frei zu lesen und zu interpretieren. Ziel dabei sei grundsätzlich, danach zu fragen, was Welt im Sinne von Heidegger bedeuten kann.

Die Zeit in Meßkirch sei für den Philosophen sehr produktiv gewesen. „Ich habe die Hälfte des zweiten Teils schreiben können und habe viele Texte von und über Martin Heidegger gelesen“, sagt Pàez Blanch. Außerdem habe er gelernt, wie wichtig Heidegger und seine Schriften für die Stadt Meßkirch seien. „Das war mir bis dahin gar nicht so bewusst.“

Bis Ende November will Pàez Blanch eine vorläufige Version der Dissertation fertig haben. „Ab Dezember mache ich mich dann an die Korrekturen“, sagt er. Weil er aber auch deutschsprachigen Forschern den Zugriff auf seine Erkenntnisse nicht verwehren möchte, wird der 37-Jährige einige Kapitel aus dem Katalanischen ins Deutsche übersetzen. Die komplette Arbeit will Pàez Blanch dann im Sommer 2014 fertigstellen.

In Meßkirch hat es Pàez Blanch sehr gut gefallen. „Die Zeit dort werde ich in schöner Erinnerung behalten und ich versuche auf jeden Fall, wiederzukommen“, sagt er. Oft hat er mehr als 50 Stunden pro Woche gearbeitet. Möglich gemacht hat den Forschungsaufenthalt die Heidegger-Stiftung in Meßkirch. „Ich bin den Verantwortlichen sehr dankbar. Gerade jüngeren Wissenschaftlern bietet die Stiftung durch das Fellowship eine gute Möglichkeit, sich intensiv mit dem Denken von Martin Heidegger zu beschäftigen.“ Das Heidegger-Archiv existiert seit den 1950er-Jahren. Es enthält Erst- und Gesamtausgaben von Heidegger sowie Sekundärliteratur, Übersetzungen und eine kleine Arbeitsbibliothek.

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