Die Hälfte der CDU-Stadträte hört auf

Lesedauer: 5 Min
Redakteur Sigmaringen

Die Meßkircher CDU bereitet sich auf den Kommunalwahlkampf im kommenden Jahr vor. Aus diesem Grund gibt es heute um 19.30Uhr ein Treffen im Gasthaus „Etna“ in Meßkirch. Interessierte Bürger und eventuelle Kandidaten können mit den Kommunalpolitikern über aktuelle Themen diskutieren. Schon nach der Fasnet hat die Fraktionsvorsitzende Christa Golz begonnen, eine mögliche Kandidatenliste zusammenzustellen.

„Fast die Hälfte unserer Stadträte hört zum Ende der Amtszeit auf“, sagt Golz und das stellt sie vor ein gewisses Problem. Seit 15 bis 20 Jahren wird es immer schwieriger, Kandidaten für den Stadtrat zu finden. Die CDU hat bereits den Vorschlag gemacht, das Gremium von 18 auf 14 Mitglieder zu verkleinern, ist damit aber im Stadtrat gescheitert, weil dann die Ortsteile nur mit zwei Vertretern im Rat präsent gewesen wären, zwölf Räte hätten wie auch derzeit die Kernstadt repräsentiert.

„Ein Amt, das früher als ein Privileg angesehen wurde, ist den Leuten nun eine Last“, sagt Golz. Früher hatte man eine Auswahlliste und heute müsse man sich anstrengen, überhaupt die Liste voll zu bekommen. Das ist aber nicht nur ein Problem der CDU-Fraktion – den anderen Parteien geht es nicht anders. Dabei muss man für eine Kandidatur und einen Ratssitz gar nicht unbedingt Parteimitglied sein, betont Golz. Einen Fraktionszwang bei den Abstimmungen gebe es ebenfalls nicht. Vor allem jüngere Kandidaten seien erwünscht – die 35- bis 40-Jährigen. Aber viele sind selbstständig und haben viel Arbeit in ihrer Firma oder sie sind bereits in mehreren Vereinen engagiert und damit ausgelastet. Die Leute würden überdies egoisitischer, sagt Golz.

Engagement ist Bürgerpflicht

„Eigentlich ist es ja eine Bürgerpflicht, sich einzubringen“, sagt Golz, aber man sehe ja bereits an der Zahl der Besucher in den Gemeinderatssitzungen, dass die Leute den kommunalpolitischen Belangen wenig Interesse entgegenbringen. Dabei könne ein Sitz im Gemeinderat auch viel Spaß machen. „Mir persönlich hat das sehr viel gebracht, ich habe da Einblick in Dinge gewonnen, den ich sonst nicht erhalten hätte“ sagt Golz. Man könne mitreden und mitentscheiden, sich mit Vorschlägen einbringen. „Natürlich macht das Arbeit, das wissen die Leute, und als Fraktionsvorsitzende bin ich noch mehr belastet, aber ich mache das gerne.“ Sie spreche jetzt mit den Leuten und schreibe potenzielle Kandidaten an. Wer sich nicht abgeneigt zeige, der kommen dann auf eine Liste. Die meisten würden dann später auch mitmachen, zeigt sie sich zuversichtlich.

Inzwischen seien es mehr Frauen, die an einer möglichen Kandidatur Interesse zeigten. Zwölf Kandidaten brauche man, mehr wären natürlich besser, damit die Bürger auch eine tatsächliche Wahl haben. Um jetzt Interessenten anzusprechen oder auch nur neues Interesse an der Kommunalpolitik zu wecken, veranstaltet die Meßkircher CDU diese Stammtische. „Ich verspreche mir gar nichts Konkretes davon, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, das sich doch der eine oder andere findet“, sagt Golz. Im Spätherbst soll die Liste stehen. Immerhin habe ihre Partei vor fünf Jahren erstmals wieder die absolute Mehrheit im Rat errungen, da könne man doch einiges bewegen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen