Campus Galli plant mit rund 650000 Euro Umsatz

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Auf dem Foto aus der vergangen Campus-Galli-Saison klopft Jürgen Mädler Schindeln. (Foto: Archivbild: Sebastian Korinth)
Sebastian Musolf

Die Klosterstadt möchte dieses Jahr 650000 Euro Umsatz erzielen, dies berichtet Meßkirchs Wirtschaftsförderer Wilhelm Stöcker im Gespräch mit unserer Zeitung. Er ist für die Einhaltung des Budgets des Campus Galli zuständig. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz insgesamt 370000 Euro. In dieser Summe sind Spenden sowie Einnahmen aus dem Verkauf von Ticktes, Pflastersteinen, auf dem Gelände hergestellten Waren, Speisen und Getränken enthalten – und auch die Zuschüsse der Stadt Meßkirch in Höhe von etwa 170000 Euro. Man kalkuliere dieses Jahr wie 2013 mit 44000 Besuchern, sagt Stöcker.

Im vergangenen Jahr kamen allerdings nur 12225 Besucher auf den Campus Galli. Daher musste die Stadt Meßkirch den eingangs geplante Zuschuss von 50000 Euro für den laufenden Betrieb aufstocken. Die geplanten Zuschüsse der Stadt betragen dieses Jahr 65000 Euro.

Für diesen April sind 3600 Besucher einkalkuliert

In der Umsatzkalkulation für 2014 sei der geplante Anteil der Einnahmen durch Eintritte, Führungen, Speisen- und Getränkeverkauf deutlich höher als in der vergangenen Saison. Der Anteil an Spenden und Zuschüssen ist dagegen sehr viel niedriger veranschlagt als noch 2013, sagt Stöcker. Morgen startet die Klosterstadt ab 10 Uhr in ihre zweite Saison. Für den Eröffnungsmonat April sind 3600 Gäste einkalkuliert. Was passiert, wenn wieder zu wenig Besucher kommen? „Wenn die Besucher ausbleiben, müssen sich die Zuschüsse ändern“, sagt Stöcker.

Er werde die Campus-Galli-Mitarbeiter anhalten, eine tägliche Besucher-Statistik anzufertigen. So könne man schnell auf die aktuelle Entwicklung reagieren. Ein überarbeitetes und erweitertes Kassensystem soll eine genauere Erfassung der Besucherzahlen ermöglichen. „Wir werden uns zudem verstärkt um Sponsoren bemühen“, sagt Stöcker. Der Landkreis habe wie 2013 ein Darlehen in Höhe von 50000 Euro gewährt, was zur Zahlungsfähigkeit des Projekts beitrage.

In Sachen Zuschüsse sei sich die Stadt Meßkirch ihrer großen Verantwortung bewusst, sagt Bürgermeister Arne Zwick: „Es sind schließlich Steuergelder.“ Daher soll der Stadtrat monatsgenau über die Besucherzahlen und Entwicklungen informiert werden. In den Gemeinderatssitzungen sollen regelmäßig Zahlen auf den Tisch kommen. Je nach Entwicklung werde man reagieren: „Wir sind nicht angetreten, um Jahrzehnte lang Geld reinzustecken.“ Wenn der Trend positiv weitergeht und die Besucherzahlen steigen, wolle man am Projekt festhalten. „Bei Stagnation oder sinkenden Besucherzahlen müssen wir uns Gedanken machen, wie es weitergehen soll“, so Zwick.

Personalkosten betragen rund 50 000 Euro pro Monat

Den größten Kostenfaktor macht das Personal aus. Momentan seien rund 25 Mitarbeiter auf dem Campus Galli fest angestellt, sagt Projektinitiator Bert M. Geurten. „Dank ihres Engagements ist unser Projekt überhaupt finanzierbar. Sie sind bereit, für wenig Geld unheimlich viel zu arbeiten“, lobt er. Es sei dabei gelungen, sieben ehemalige Hartz-IV-Empfänger in eine Festanstellung zu übernehmen. Die Mitarbeiter sind auf der Baustelle etwa als Zimmerleute, Steinmetze, Besenbinder, Korbmacher oder Schreiner beschäftigt. Der monatliche Verdienst des Großteils des Personals liege nach Geurtens Angaben zwischen 1500 und 1700 Euro brutto. Rechne man den Arbeitgeberanteil mit ein, belaufen sich die Fixkosten für Personal pro Saisonmonat auf knapp 50000 Euro.

Die 25 Mitarbeiter seien das Minimum, das der Campus Galli benötige: „Diesen Stamm müssen wir haben, egal wie viele Besucher kommen“, sagt Geurten und fügt an: „Das Projekt lebt von den Menschen, die hier arbeiten – nicht von den Bauwerken.“ Zu den 50000 Euro Fixkosten für Personal kommen laut Stöcker rund 10000 Euro monatlich für Besucherversicherung, Autounterhalt, Strom, Wasser sowie Werbe-, Reise- und Messekosten hinzu.

Geurten geht davon aus, dass das Projekt in vier Jahren schwarze Zahlen schreiben kann: „Die Zeit muss man uns geben. Es soll auf keinen Fall ein Fass ohne Boden sein.“ Er ist optimistisch und rechnet mit einer deutlichen Steigerung der Besucherzahlen. „Für Meßkirch ist der Campus Galli ein Gewinn“, sagt der gebürtige Aachener abschließend – die Klosterstadt mache Meßkirch deutschlandweit und international bekannt.

Mit dem heutigen Teil beenden wir unsere Serie im Vorfeld der Campus-Galli-Saisoneröffnung. Ein Video vom Rundgang über die Baustelle finden Sie unter

www.schwaebische.de/klosterstadt2014

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