Archiv, Stiftung und Hochschule kooperieren

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Die Beteiligten unterzeichnen den Vertrag
Die Beteiligten unterzeichnen den Vertrag (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV), das Martin-Heidegger-Archiv der Stadt Meßkirch und die Meßkircher Martin-Heidegger-Stiftung intensivieren ihre Zusammenarbeit. Dazu wurde jetzt im Rahmen der Sitzung des Vorstandes der Meßkircher Martin-Heidegger-Stiftung eine Vereinbarung unterzeichnet.

Die drei Institutionen arbeiten seit dem Jahr 2012 intensiv zusammen. Da diese Arbeit von allen Beteiligten als erfolgreich betrachtet wird, haben Arne Zwick, Bürgermeister der Stadt Meßkirch und Vorsitzender der Meßkircher Martin-Heidegger-Stiftung, Dr. Alfred Denker, Direktor des Martin-Heidegger-Archivs und Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie und Philosophische Ethik an der PTHV und Mitglied des Vorstands der Meßkircher Martin-Heidegger-Stiftung, beschlossen, noch enger zusammenzuarbeiten.

Konkret soll eine Zweigstelle des Heidegger-Archivs an der PTHV errichtetet werden, womit die Erschließung der digitalen Bestände in Meßkirch und Vallendar gesichert wird. Zudem bezieht sich die engere Zusammenarbeit auf die folgenden Bereiche: die Ermöglichung einer kritischen und offenen Auseinandersetzung mit Leben und Werk Martin Heideggers, die wissenschaftliche Betreuung und der weitere Ausbau des Martin-Heidegger-Archivs, die Ausschreibung und Betreuung von Senior- und Junior-Fellowships des Martin-Heidegger-Archivs, die Organisation eines Seminar- und Tagungsprogramms in Meßkirch und Vallendar sowie die editorische Betreuung des Heidegger-Jahrbuches und der Heidegger-Briefausgabe.

„Dies ist ein wichtiger Schritt, um die gemeinsamen Aktivitäten in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Werk Heideggers zu intensivieren“, erklärt Prof. Zaborowski, „denn es gibt nach wie vor ein weltweites Interesse am Denken Heideggers. Dazu muss es gerade auch in Deutschland Zentren der Heidegger-Forschung geben.“ Dr. Alfred Denker, der an der PTHV zurzeit eine Stelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) innehat und im Rahmen dieser Stelle seine Forschungsarbeiten zur Biografie Heideggers fortführt, stimmt dem zu: „Durch diese Zusammenarbeit entsteht ein Synergieeffekt. Nun sind Archiv und Stiftung universitär angebunden. Auch die Nutzung des Archivs wird durch eine Zweigstelle in Vallendar einfacher.“ Außerdem bestünde durch das Fellowship-Programm die Möglichkeit, dass jüngere und erfahrene Wissenschaftler in Meßkirch forschen.

„Es ist wichtig für Meßkirch, dass die Aktivitäten, die Dr. Denker und Prof. Zaborowski seit 2001 in Meßkirch unternommen haben, fortgesetzt und gestärkt werden, sagte Arne Zwick. „Wir hoffen, in den nächsten Jahren auch das Stiftungsvermögen der Heidegger-Stiftung noch zu erweitern."

Geplant sind bereits zwei große Veranstaltungen in Meßkirch: Vom 25. bis 27. Mai eine wissenschaftliche Konferenz zu Heideggers Hauptwerk „Sein und Zeit“ – auf der auch die Veröffentlichung der „Schwarzen Hefte“ thematisiert werden soll, und eine große internationale Konferenz vom 24. bis 27. Mai 2018, bei der diese kontroversen Texte Heideggers im Mittelpunkt stehen werden. Zudem sind zahlreiche Seminare und Veröffentlichungen geplant. Anfang 2017 werden zwei Bände des „Heidegger-Jahrbuches“ zum Thema „Hermeneutik der Schwarzen Hefte“ erscheinen.

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