Acht Akteure strapazieren die Lachmuskeln

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Letzkopf Matthias Zembrod mit seiner Schwester Anja.
Letzkopf Matthias Zembrod mit seiner Schwester Anja. (Foto: khk)
Schwäbische Zeitung
Karlheinz Kirchmaier

Das Restaurant Froben ist beim traditionellen Narrenfrühschoppen gestern rappelvoll gewesen. Bevor es jedoch mit den närrischen Beiträgen losging, mussten sich erst einmal alle Gäste nach fasnetlichem Brauch vor dem Katzenkopf verbeugen. Für närrische Stimmung und Schunkeleinlagen zwischen den einzelnen Narrenreden sorgte die Stadtkapelle.

„S’isch wieder Fasnet ihr liebe Leit. I grieß ei alle, ob Erwachsene oder au Kind, die heit zu unserm Narrefriehschoppe kumme sind“, sagte Zunftmeister Martin Birk nach dem Katzenmarsch zur Begrüßung der Gäste. Anschließend führte er mit närrischen Reimen und viel Lokalkolorid zum Fasnets-Motto „nei g´schifft“ durch das zweistündige Programm. Den Anfang machte Miriam Siebenrock, eine Enkelin des verstorbenen Katzenrates und Erznarren Manfred Schwanz. Sie trat zum ersten Mal beim Narrenfrühschoppen in die Bütt und verteidigte als Polizistin vehement die Tradition der Meßkircher Fasnet mit dem bekannten Spruch ihres Opas, „Verstoscht , hoscht g´hert, ka doch it sei, do schreit I doch glei mol ei“.

Hofnarr Petter Letzkopf, alias Matthias Zemberod, nutzte seine derzeitige Freiheit aus, um als Bebbo gemeinsam mit seiner Schwester Anja als Bebbine beim Frühschoppen aufzutreten. Sie erzählten, dass nicht bloß der Meßkircher Hofnarr den Schalk im Nacken sitzen habe, sondern dies auch bei ihrem Opa in Schnerkingen so gewesen sei, der einmal einen Sack voller Kartoffeln in die Mosterei zum Mosten gebracht habe. Einen Lacherfolg konnte auch Nikola Hahnke mit ihrem Auftritt landen. Sie wollte gern ein Star oder ein Sternchen werden, veränderte dazu ihre Frisur, machte eine Schlankheitsdiät und war im Nagelstudio. Doch alles nützte nichts: Sie blieb, obwohl sie es hätte wissen müssen, ein vom Himmel gefallener „Meteoritenbollen“.

Eine Klasse für sich war der Ehrenzunftmeister Roland Schank. Er stellte sich als staatlich geprüfter Erbsenzähler vor, eigentlich zuständig für bedrohte Tiere und Baudenkmäler, doch er verriet aus eigener Sicht: „ I bewerb mi als Bürgermeister in Meßkirch nicht. Egal, wie viele Kandidaten die Liste wird zähle, Ihr kennet mi getrost für des Amt it wähle“. Als Deutscher Michel aus de Pfalz, stellte sich Markus Herz der Narrenschar vor. „Auf meiner Walz verschlug es mich ins Städtle Meßkirch klein, da gibt´s die Volksbank schön und fein. „Nei ´gschifft bin ich dort mit Frau und Kinder schon 2005 im dicksten Winter“.

Es ist uns heit e große Freid, dass es noch echte Lehrer geit, die a de Fasnet it vuschwindet und bloß Spaß am Aprés-Ski findet“, begrüßte Zunftmeister Birk Dieter Jung einen Meßkircher in der Bütt.

In die Rolle einer Altnarrenmutter schlüpfte zum Schluss des Narrenfrühschoppens Altkatzenrat und Altnarrenvater Manne Haug. Ein lustiges Lied über das Leben in Meßkirch, begleitet von Klaus Mühlhauser mit dem Akkordeon, beendete das Programm, das zwei Stunden die Lachmuskeln strapazierte.

Bildergalerien vom bunten Fasnetstreiben finden Sie im Internet unter

www.schwaebische.de/

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