Verein hat zu viele Einnahmen und bekommt Ärger mit Finanzamt

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 Der Vorsitzende Reinhold Hotz (links) und sein Stellvertreter Manfred Sauter (rechts) verabschieden Hans Riester aus der Vorsta
Der Vorsitzende Reinhold Hotz (links) und sein Stellvertreter Manfred Sauter (rechts) verabschieden Hans Riester aus der Vorstandsriege mit einem Geschenkkorb. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Der Dorfgemeinschaftsverein Storzingen hat ein anstrengendes und schwieriges Jahr hinter sich. Grund waren die erfolgreichen Vereinsaktivitäten, die der Dorfgemeinschaft einen Überschuss in den Kassen bescherten und damit das Finanzamt auf den Plan riefen. Grund sind Mieteinnahmen aus dem „Haus Weckenstein“, die nicht versteuert worden waren.

Das machte der Vorsitzende Reinhold Hotz bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag deutlich. „Das Jahr 2018 war für uns eine echte Herausforderung, denn wir mussten uns das ganze Jahr mit dem Finanzamt auseinandersetzen“, so der Vorsitzende. „Am Ende, wen wundert es, sind wir als Verlierer aus der Situation herausgegangen“. Neben den vielen Veranstaltungen, die die überaus rege Dorfgemeinschaft (DGS) das ganze Jahr über veranstaltet, bewirtschaftet sie auch das von der Gemeinde gepachtete „Haus Weckenstein“.

Das Jahr 2018 war für uns eine echte Herausforderung, denn wir mussten uns das ganze Jahr mit dem Finanzamt auseinandersetzen. 

Vorsitzender Reinhold Hotz

Die ehemalige Schule und einstige Kindergarten ist mit Engagement und viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut worden. Deshalb können die Räumlichkeiten das Jahr über auch vermietet werden, beispielsweise für Familienfeste, Vereins- oder Firmenveranstaltungen. Schriftführer Fritz Metzger machte in seinem Bericht deutlich, dass einzelne Räume und auch der Veranstaltungssaal im Untergeschoss insgesamt 16-mal vermietet wurden. Auch für das laufende Jahr lägen wieder Anfragen vor.

Die Einnahmen, die auf diese Weise sowie aus dem Verkauf von Getränken und Speisen erzielt werden, gehören zum Wirtschafts- und Zweckbetriebsbereich, erläuterte der erste Kassierer Karl Buck in einem Gespräch. Das macht diesen Vereinsbereich zu einem Gewerbebetrieb, auch wenn der den Vereinszwecken diene. Deshalb fallen eben auch Umsatz-, Körperschafts- und Gewerbesteuer an, sagte der Finanz- und Steuerexperte. „Für Laien ist das aber schwer durchschaubar, deshalb können sie oft nicht nachvollziehen, dass auch ein gemeinnützig tätiger Verein steuerpflichtig ist“.

Für Laien ist das aber schwer durchschaubar, deshalb können sie oft nicht nachvollziehen, dass auch ein gemeinnützig tätiger Verein steuerpflichtig ist.

Vorsitzender Reinhold Hotz

Reinhold Hotz listete in seinem Tätigkeitsbericht die zahlreichen Veranstaltungen des vergangenen Jahres auf, darunter die beliebte Storzinger Rocknacht und die zweitägige Dorfweihnacht am ersten Advenstwochenende. Dieses Ereignis habe seine Beliebtheit derart gesteigert, dass nicht nur Besucher aus der ganzen Region nach Storzingen kommen, auch die Aussteller stehen Schlange, um mit dabei zu sein. „Wir mussten sogar Absagen erteilen, weil kein Standplatz mehr frei war“, sagte Hotz.

Bei den anstehenden Wahlen ist Manfred Sauter als Vizevorsitzender bestätigt worden, ebenso der zweite Kassierer Michael Lorenz. Wiedergewählt worden sind auch die Beisitzerinnen Cornelia Aemilius und Martina Weisshaupt, sowie Beisitzer Matthias Beck. Neu hinzugekommen in der Beisitzerrunde sind Gerhard Beck und Volker Riester. Ausgeschieden aus der Vorstandschaft ist Hans Riester, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Reinhold Hotz und Manfred Sauter verabschiedeten den rührigen ehemaligen Ortsvorsteher mit einem Geschenkkorb.

Einsatz für den Grillplatz

Ein Thema bei der Versammlung war auch die Installation der Trockentoilette am Grillplatz an der Schmeie. Das Pilotprojekt, bezuschusst durch den Naturpark Obere Donau, ist initiiert und umgesetzt worden von der DGS, allen voran von „Hans Riester, der die komplette administrative Arbeit von der Planung und Bestellung der Anlage über die Organisation und Koordinierung bin hin zur Inbetriebnahme gemacht hat“, lobte Hotz. Als großen Erfolg wertete der Vorsitzende auch das mobile Mosten im Oktober.

Der Bedarf, Obst zu pressen, sei in der Region riesig. Hotz umriss das Einzugsgebiet der angereisten Streuobstbesitzer von Tailfingen über Beuron, Schwenningen, Sigmarigen, Laiz und Inzigkofen bis hin nach Winterlingen, Harthausen und Veringenstadt. Es sei eine Herkulesaufgabe gewesen, denn es seien rund 20 Tonnen Obst zu etwa 12.000 Liter Saft an zwei Tagen verarbeitet worden.

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