Theresia Kleiner macht zum Geburtstag eine Spritztour in einem seltenen Oldtimer

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Therersia Kleiner und Fritz Kummerer machen eine Spritztour im Veritas-Scorpion. (Foto: Karlheinz Kirchmaier)

Das war ein außergewöhnliches Geschenk, das sich Klaus und Kurt Kleiner für ihre Mutter Theresia ausgedacht haben. Bis zu einem Schlaganfall vor vier Jahren fuhr sie mit großer Begeisterung Auto, setzte sich seitdem aber nicht mehr ans Steuer und gab auch ihren liebgewonnenen Wagen ab. Trotzdem ist ihre Liebe zu Autos bis heute geblieben. Nicht ohne Grund, denn die noch rüstige Rentnerin arbeitete von 1947 bis 1953, als die legendären Veritas-Automobile und Rennwagen in Hausen a.A., Meßkirch und Muggensturm gebaut wurden, als Technische Zeichnerin im Konstruktionsbüro der damaligen Veritas-Arbeitsgemeinschaft für Sport- und Rennwagen. Sie schwärmt noch heute von der damaligen Zeit und erinnert sich gerne an ihre Chefs – Ingenieur Ernst Loof, Lorenz Dietrich, Werner Miethe sowie den Rennfahrer „Schorsch“ Meier. Auch ihr verstorbener Mann arbeitete bei Veritas als Mechaniker.

Am Dienstag feierte Theresia Kleiner ihren 85. Geburtstag – und ihr blieb fast das Herz stehen, als kurz nach Mittag vor ihrem Haus an der Gutenbergstraße ein blaues Veritas-Sport-Cabrio, Baujahr 1950, hielt und der Besitzer des noblen Oldtimers auf sie wartete.

Von dem Wagen wurden insgesamt lediglich sieben Stück gebaut – weltweit gibt es gerade noch drei. „Ach je, an dem habe ich ja mitgebaut“, sagte das Geburtstagskind und fuhr mit der rechten Hand über die Motorhaube. Als es dann wenig später bei Sonnenschein mit sattem Motorengeräusch und zurückgeklapptem Verdeck auf eine Rundfahrt durch die Stadt ging, war die Überraschung perfekt.

Die tolle Geschenkidee hatten die Söhne. Bei der Umsetzung half ihnen Egon Pfeifer, der Vorsitzende der Meßkircher Oldtimerfreunde. Er wusste, dass sein Freund Fritz Kummerer in Dettenhausen bei Tübingen einen der drei noch vorhandenen Veritas-Scorpions besitzt und in jahrelanger Arbeit restauriert hatte. Für Kummerer war es keine Frage, der 85-Jährigen, die außergewöhnliche Verbindungen zu Veritas hatte, auch mit einem außergewöhnlichen Geschenk eine Freude zu machen. Er verlud deshalb sein wertvolles, kaum schätzbares Gefährt in einen Hänger und fuhr damit nach Meßkirch.

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