Theater Lindenhof spielt „Chaim und Adolf“ in Hausen im Tal

Lesedauer: 3 Min
Das Schachspiel bringt sie zusammen: Chaim (Martin Olbertz, links) und Adolf (Stefan Hallmeyer).
Das Schachspiel bringt sie zusammen: Chaim (Martin Olbertz, links) und Adolf (Stefan Hallmeyer). (Foto: Hamann)
Kersten Hamann

Mit „Chaim und Adolf“ hat das Theater Lindenhof aus Melchingen im Gasthaus am Minigolf in Hausen im Tal ein Bühnenstück der ganz besonderen Art aufgeführt. Das Projekt „Theater jenseits der Bühne“, das im Rahmen des Sonderprogramms „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten“ des Landes gefördert wird, verwandelte das Gasthaus in ein Theater. Mit mehr als 80 Besuchern platzte die ausverkaufte Veranstaltung aus allen Nähten.

Bereits vor dem eigentlichen Beginn der Aufführung bediente Gastwirt Martin, gespielt von Franz Xaver Ott, der gleichzeitig auch Regie führte, seine Theatergäste. Der Grundgedanke zu der Geschichte stammt tatsächlich von einem Wirt aus der Gegend des Autors. Dieser hat seit Jahren einen Israeli als Hausgast. Und genau dieser spielt mit einem Einheimischen namens Adolf immer mal wieder Schach.

Kern und Verlauf der Geschichte sind allerdings fiktiv: Chaim (Martin Olbertz) und Bauer Adolf (Stefan Hallmayer) treffen sich ebenfalls zu einem Schachspiel bei Gastwirt Martin. Obwohl der Name Adolf bei Chaim Skepsis auslöst, lässt er auf das Spiel ein. Neben wohlüberlegten Zügen beginnt gleichzeitig eine Spurensuche in die Vergangenheit. Emotionale Gespräche, aber auch Gefühlsausbrüche, bringen immer mehr Details ans Tageslicht. Verbindet die beiden etwa mehr, als nur die Liebe zum Schachspiel? Eine witzige, spannungsreiche und am Ende versöhnliche Geschichte, die in außergewöhnlicher Weise dargeboten wird.

Stück am Samstag auch bei Theatertage in Hamburg

Am Samstag spielt dieses Ensemble bei den Theatertagen in Hamburg mit diesem Stück in der Kategorie „Zeitgenössisches Drama“ um den Monica Bleibtreu Preis. Doch auch in Hausen zeigte sich das Publikum begeistert. Susanne Lermer, 52 Jahre aus Hausen im Tal, sagte: „Es war einfach nur super, man hat die ganze Zeit gespürt, dass immer noch was kommen muss. Die Spannung hat sich immer mehr aufgebaut.“ Die Schauspieler seien hoch professionell und sehr sympathisch gewesen. Auch Urlauberin Marianne Schreck aus Köln gefiel das Stück sehr: „Ich wusste nicht, was mich heute Abend in so einer ländlichen Gegend erwartet. Das Theaterstück hatte eine super Qualität, ganz große Klasse.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen