Insgesamt stehen durch die Aufgabe der Graf-Stauffenberg-Kaserne rund 700 000 Quadratmeter Grund zur Verfügung.
Insgesamt stehen durch die Aufgabe der Graf-Stauffenberg-Kaserne rund 700 000 Quadratmeter Grund zur Verfügung. (Foto: Archiv: sz)
Susanne Grimm

Der Gemeinderat hat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause der Haushaltssatzung 2018 des Interkommunalen Gewerbe- und Industrieparks Graf Stauffenberg (IGGS) zugestimmt und dem Bürgermeister die Vollmacht erteilt, in der Verbandsversammlung des IGGS dieser Satzung zuzustimmen.

Vor dem Hintergrund der erst kürzlich wieder aufgeflammten Hoffnung, die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen im Zuge des geplanten Bundeswehraufwuchses wieder zu reaktivieren, merkte Gemeinderat Günther Töpfer (CDU) an, dass die Konversion in Sigmaringen bereits weit fortgeschritten sei. Die Kreisstadt und die am IGGS interessierten Kommunen hätten bereits einiges in die Wege geleitet, um den gemeinsamen Industriepark auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände realisieren zu können.

Bürgermeister Maik Lehn gab eine kurzen Rückblick über die Entwicklung. Wie bekannt, hat der Rat in der Sitzung im Februar 2017 beschlossen, dem im Dezember 2016 gegründeten Zweckverband IGGS beizutreten, dem auch die Gemeinden Beuron, Bingen, Inzigkofen, Krauchenwies, Schwenningen und Sigmaringendorf sowie die Städte Scheer und Sigmaringen angehören. Ziel des Verbandes ist es, in dem Bereich der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen einen Gewerbe- und Industriepark zu erschließen, um dort Betriebe anzusiedeln.

Denn auch das wurde in der Sitzung gesagt: Jede der beteiligten Kommunen hat aus unterschiedlichen Gründen wenig oder gar keine Möglichkeit, auf der eigenen Gemarkung neue Gewerbeflächen auszuweisen, oder sieht auf Grund der örtlichen Lage wenig Chancen neuer Firmenansiedlungen. Mit der Realisierung des IGGS sehen die interessierten Gemeinden die Möglichkeit, die bestehenden Nachteile auszugleichen.

Räte wollen lieber Gewerbe als Bundeswehr

Sollte die Bundeswehr wieder den Standort Sigmaringen ins Auge fassen, könnte das gravierende Folgen haben. Lehn wies darauf hin, dass die Gemeinde im Haushalt 2018 eine Betriebskostenumlage von 15 000 Euro eingestellt hat, die bereits an den Verband überwiesen worden ist. Außerdem ist für das laufende Jahr eine Kreditaufnahme zum Erwerb der Grundstücke in Höhe von knapp 3,9 Millionen Euro vorgesehen. Mit Blick auf die Investitionen und die weit fortgeschrittene Planung brachte Töpfer Stettens Nachbargemeinde Meßstetten ins Spiel, die vor einigen Jahren von den Standortschließungen betroffen war und deren Konversion noch in den Anfängen stecke. „Meßstetten würde es sicher leichter fallen, die Kaserne und das Bundeswehrareal zu reaktivieren“, befand er.

Florian Dreher (Initiative Lebenswertes Stetten) sah ebenfalls gute Gründe im IGGS. „Darin werden weite Flächen vorgehalten, sodass sich auch große Firmen ansiedeln könnten“. Außerdem wäre der künftige IGGS ein zentraler Wirtschaftsstandort, wo Kräfte gebündelt würden.

Die Tendenz des Stettener Gemeinderats war deutlich zu erkennen, dem IGGS in Sigmaringen den Vorzug vor der Bundeswehr zu geben. „Im Augenblick geht jedenfalls gar nichts“, sagte Bürgermeister Lehn lakonisch. Die Entwicklung müsse abgewartet werden.

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