Stetten nähert sich wieder dem Himmel

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 Im Bauernkrieg bewaffnet sich die Landbevölkerung mit dem, was die Höfe hergeben.
Im Bauernkrieg bewaffnet sich die Landbevölkerung mit dem, was die Höfe hergeben. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Alle vier Jahre grassiert in der Heuberggemeinde das Theaterfieber, jetzt ist es auch in diesem Sommer wieder soweit. Nur noch gute zwei Wochen sind es bis zur Premiere des nächsten Stettener Sommertheaters, dann führt die Stettener Bevölkerung unter der Regie von Stefan Hallmayer vom Theater Lindenhof auf dem Schlosshof das Stück „Stetten – dem Himmel so nah“ auf.

Dieses Bühnenwerk, mit dem sich die Stettener Laiendarsteller aus Anlass des 1200-jährigen Jubiläums der Gemeinde vor genau 20 Jahren erstmals in die Herzen der Zuschauer spielten und damit eine ungeahnte Erfolgsstory einleiteten, ist von den Verantwortlichen um Produktionsleiterin Claudia Mogg und Stefan Hallmayer ganz neu überarbeitet worden.

Am 19. Juli um 20 Uhr beginnt wieder dieses ganz spezielle Freilichtstück. Denn das Werk erzählt die 1200-jährige Geschichte von Stetten am kalten Markt, wirft dabei Schlaglichter auf die erlebten Höhen und Tiefen der Heuberggemeinde und erzählt die bewegte und zum Teil sehr dramatische Geschichte der Gemeinde über die Jahrhunderte. Diese besondere Art des Theaterspiels, nämlich die Historie der eigenen Gemeinde für heutige Generationen bildlich nachzuerzählen, war so erfolgreich, dass in der Folge viele Gemeinden der Region diesem Beispiel folgten.

In Stetten selber bildete sich aufgrund des großen Erfolgs um Claudia Mogg und die Profis vom Theater Lindenhof eine zwischenzeitlich fest etablierte Theatergruppe, die sich das Ziel gesetzt hat, alle vier Jahre ein weiteres Theaterstück zu inszenieren, das einen echten Stettener Hintergrund hat. Aufgrund des nun 20-jährigen Bühnenjubiläums haben sich die Verantwortlichen das Ursprungsstück noch einmal vorgenommen.

Mit der Neuinszenierung will Stefan Hallmayer an den Erfolg von damals anknüpfen, wobei das seinerzeit von Franz Xaver Ott eigens für Stetten geschriebene Stück für die Neuinszenierung sowohl schauspielerisch als auch licht-, bild- und tontechnisch komplett überarbeitet worden ist. Es sollte nicht bloß eine Neuauflage des alten Stück sein, wie Hallmayer sagte, „denn wir sind nun um 20 Jahre Erfahrung weiter.“ So würden bestimmte Ereignisse gekürzt, um anderen Platz zu machen, aber wir müssen uns auch daran orientieren, was uns an Mitspielern zur Verfügung steht“, sagte Hallmayer.

Weitere Erfolgsstücke aus der Geschichte

Auch die vergangenen Stücke, wie beispielsweise „Der Luftikus – oder die Geheimaktion Natter“, bei dem der erste bemannte Senkrechtstart einer Rakete auf dem Truppenübungsplatz im Mittelpunkt stand, waren riesige Erfolge über die Region hinaus. Oder die Aufführung über das historische Kaufhaus Pfeiffer, das heute im Freilichtmuseum in Neuhausen ob Eck steht und Besucherscharen anzieht, sowie das zuletzt aufgeführte Stück „Weit vom Schuss – und mitten drin“.

Das eine erzählt die Geschichte eines kauzigen Geschäftsinhabers, der der Nachwelt einen wahren Schatz an Waren und Gegenständen hinterließ, die er über Jahrzehnte in seinem Kaufhaus angesammelt hatte. Die andere hatte die Errichtung des Truppenübungsplatzes vor rund 100 Jahren zum Thema mit all seinen Begleiterscheinungen samt Ausbruch des ersten Weltkriegs. Derzeit wird auf dem Schloßplatz eifrig geprobt, denn die heiße Phase hat längst begonnen. Die Tribünen sind schon aufgebaut und die Akteure proben bereits in Kostümen und mit Requisiten.

Karten gibt es im Stettener Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten sowie beim Kartenservice Theater Lindenhof und bei allen Vorverkaufsstellen des Kulturticket Neckar-Alb. Preise im Vorverkauf 13 Euro, an der Abendkasse 19 Euro. Premiere am 19. Juli um 20 Uhr. Weitere Aufführungen: 20./21. Juli sowie den darauffolgenden Wochenenden 26./27./28. Juli und am 2. und 3. August jeweils um 20 Uhr. Einlass ab 19.15 Uhr, Bewirtung ab 18 Uhr.

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