Schwarzpappel soll am Fluss wieder Fuß fassen

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 Die Albvereinsgruppe Hausen im Tal leistet ihren Beitrag zum Erhalt der Donauschwarzpappel.
Die Albvereinsgruppe Hausen im Tal leistet ihren Beitrag zum Erhalt der Donauschwarzpappel. (Foto: Helmut Stroppel)
Helmut Stroppel

Mit einer Pflanzaktion hat die Ortsgruppe Hausen im Tal des Schwäbischen Albvereins ein Zeichen für den Schutz der Pflanzenart gesetzt. Etwa 30 Helferinnen und Helfer pflanzten 48 junge Stecklinge der vom Aussterben bedrohten und auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehenden Donauschwarzpappel.

Vertrauensmann Hubert Stehle zeigte sich bei seinen Begrüßungsworten ebenso überrascht über das große Interesse an der Aktion wie Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller, der die anwesenden Kinder und Jugendlichen als „Helden des Donautals“ bezeichnete und selbst mit Hand anlegte.

BUND unterstützt die Aktion für den Arterhalt

Initiiert hatte die Aktion das Ehepaar Ursula und Hans Hoffmann anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Ortsgruppe Hausen im Tal im vergangenen Jahr. Die beiden Albvereinsmitglieder machten sich sachkundig, nahmen Kontakt mit dem BUND Ehingen auf, der die Aktion unterstützte, und orderten 70 Stecklinge bei der Baumschule Haid in Ingerkingen, finanziert durch das Wasserwirtschaftsamt Riedlingen.

Zum Jubiläum im vergangenen Jahr hatten die anwesenden Ortsgruppen zur Begrüßung einen Gutschein für eine Donauschwarzpappel erhalten, den sie bei einem Vortrag über den Baum im Haus der Natur in Beuron, der in der vergangenen Woche stattfand, einlösen konnten.

So gingen 22 junge Pflänzchen in die Ortsgruppen des Obere-Donau-Gaus. Unter fachkundiger Anleitung von Gemeindeförster Jürgen Kuhl, Förster Klaus Schilling, der in Diensten des Prinzen zu Fürstenberg steht, und Hubert Stehle von der gräflich douglasschen Forstverwaltung pflanzten die eifrigen Helferinnen und Helfer, darunter auch die Jagdhornbläsergruppe Werenwag, ausgestattet mit Wiedehopfhacke, Hohl-spaten, Schaufel und Fäustel die Jungpflänzchen in drei Gruppen an vier verschiedenen Standorten entlang der Donau, gemischt nach männlichen und weiblichen Exemplaren. Gegen den Biberfraß wurde ein Drahtgitter angebracht und die Pflänzchen an Pfosten angebunden. Mit einem kleinen Grillfest, organisiert von den Vorstandsdamen Monika Blum, Rosi Geier-Briel und Rechner Josef Briel und einem Umtrunk, den die Gemeinde beisteuerte, fand der erfolgreiche Aktionstag seinen Abschluss.

Die heimische Schwarzpappel war 2006 Baum des Jahres und gehörte vor der Donaukanalisierung in jeden Auwald. Die Donauschwarzpappel unterscheidet sich von anderen Pappeln. Buchstäblich „Kurz vor zwölf“ bewahrte die Ehinger BUND Gruppe mit einem Projekt zur Wiederansiedlung im Jahre 2012 den Baum vor dem Aussterben. Bisher wurden von der Baumschule Haid 400 junge Pflanzen aus Stecklingen der letzten einheimischen Mutterbäume produziert, weiterverkauft und gepflanzt.

Die Schwarzpappel, ein Flachwurzler, gehört zur Familie der Weidengewächse. Zusammen mit Weiden wächst sie an Ufern von Gewässern in Süd- und Mitteleuropa. Der stattliche Baum kann bis zu 100 Jahre alt und 30 Meter hoch werden. Die unauffälligen Blüten (Kätzchen) erscheinen im März/April. Die Früchte (Kapseln) sind im Juni reif. Ihren Namen hat sie durch ihre dunkle Borke. Mit 0,50 bis einem Meter pro Jahr ist sie der am schnellsten wachsende Baum unserer Breiten. Das leichte weiche Holz wird zur Herstellung von Zellulose und Furnieren verwendet. Sie gehört zu den wichtigsten Nahrungsbäumen von Tieren. Auch Biber finden Pappeln sehr lecker. In der Naturheilkunde verwendet man die Knospen für Tees, entzündungshemmende Cremes und Salben mit wundheilender und schmerzstillender Wirkung.

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