Schüler lernen Empathie

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So sehen die Dokumentationen der Schüler aus.
So sehen die Dokumentationen der Schüler aus. (Foto: Martina Straub)
Schwäbische Zeitung

Schulseelsorgerin und Religionslehrerin Martina Straub, die am Schulzentrum Stetten am kalten Markt tätig ist, hat mit einem Pilot-Projekt ein Zeichen gesetzt. In diesem Jahr initiierte sie mit den Lernpartnern der Lerngruppe 10 das Projekt Compassion. Hierbei sollen Schüler im Umgang mit hilfebedürftigen Menschen sensibilisiert werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Schulzentrums hervor.

Compassion wurde als Projekt sozialen Lernens von einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz und der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg ins Leben gerufen. Ziel sollte es sein, Schülern für den Zeitraum eines Praktikums Einblick in verschiedene soziale Einrichtungen wie Altenheime, Kindergärten oder caritative Stellen zu gewähren, teilt die Pressebeauftragte der Schule, Annemarie Ziegler, mit. Die Schüler sollen so die Gelegenheit erhalten, eigene Erfahrungen im Umgang mit Benachteiligten zu sammeln und ihr Einfühlungsvermögen zu stärken. 2002 wurde Compassion mit dem Alcuin-Award der EuropeanParents Association ausgezeichnet und entspreche auch dem 2004 im Bildungsplan für die Realschulen in Baden-Württemberg verankerten themenorientierten Projekt Soziales Engagement.

Angepasst an die örtlichen Verhältnisse in der Gemeinde Stetten startete die erste Compassion-Gruppe im Januar 2020 mit einem Umfang von acht Stunden Betreuung hilfebedürftiger Menschen aus dem eigenen Umfeld. Verwandte, Freunde und Bekannte wurden begleitet und unterstützt. Die gewonnenen Einsichten notierten die Lernpartner in einer verpflichtenden Dokumentation, die eine Tätigkeitsbeschreibung und eine eigene Reflektion enthielt.

Auf dieser Grundlage erfolgte nach Abschluss der Betreuungszeit das unterrichtliche Gespräch. Hier konnten die Schüler ihre Erfahrungen teilen und zudem professionell aufarbeiten lassen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Mitmenschliches Handeln und Solidarität gelten als Grundpfeiler gelungener Sozialisation. Von Menschen, die dauerhaft auf die Hilfe anderer angewiesen sind, können diejenigen etwas lernen, für die es selbstverständlich ist, gesund und eigenständig zu sein, erläutert Ziegler den Grundgedanken des Projektes. Dass es dabei zu bereichernden zwischenmenschlichen Einsichten und Erlebnissen kommt, können die Lernpartner des Pilotversuches nun aus eigener Erfahrung berichten. Besonders nahe gingen den betroffenen Schülern während ihrer Compassion-Zeit drei Sterbende.

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