Parforcehörner erklingen in der St.-Mauritius-Kirche

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 Die Schömberger Parforcebläser spielen in St. Mauritius.
Die Schömberger Parforcebläser spielen in St. Mauritius. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Die Parforcehorngruppe aus Schömberg unter der Leitung von Hermann Sauter hat in der St. Mauritius-Kirche in Stetten am kalten Markt einen Jägergottesdienst musikalisch gestaltet.

Zu dieser Hubertusmesse hatte der Leiter der Bundesforsthauptstelle in Baden-Württemberg mit Sitz in Meßstetten, Dietmar Götze, eingeladen. Pfarrer Hans Wirkner und sein katholischer Kollege Pater Stefan hatten den ökumenischen Gottesdienst gemeinsam zelebriert und sind dabei auf den Hintergrund dieser traditionsreichen, aber immer wieder umstrittenen Messe, die um den 3. November herum gefeiert wird, eingegangen.

Sie geht auf den Heiligen Hubertus von Lüttich zurück, der in seiner Jugend ein Jäger war, der das Töten des Wildes als Selbstzweck angesehen hatte. Mit dem Erscheinen eines Hirsches, in dessen Geweih ein goldenes Kreuz aufleuchtete, soll sich Hubertus besonnen haben und in allen Wesen göttliche Geschöpfe erkannt haben. Seitdem habe er sich ihnen hegend und pflegend zugewandt, wobei seine Grundhaltung „Achtung vor dem Geschöpf“ als sogenannte „Waidgerechtigkeit“ in die Verhaltensgrundsätze der Jäger einging. Leider würden viele junge Soldaten das Symbolbild eher mit einem Kräuterschnaps aus Niedersachsen in Verbindung bringen, meinte der Pfarrer mit Augenzwinkern.

Die im Herbst 1974 gegründete Parforcehorngruppe Schömberg hat inzwischen in den Jagdvereinigungen eine gewisse Berühmtheit erlangt, denn sie nimmt seit 1984 am Landeswettbewerb in der Kunststufe Klasse ES teil und konnte 2012 zum achten Mal ihren Titel als Landessieger verteidigen. Ihre Parforcehörner unterstrichen mit ihren eindringlichen Naturtönen die Hubertusmesse in der St. Mauritius-Kirche auf eine ganz besondere Art, wobei die Akustik des Kirchengewölbes das ihrige dazutat.

Zu Beginn hatte Dietmar Götze die zahlreichen Besucher, darunter Bürgermeister Maik Lehn, den Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums, Andreas Lenz, und dessen Vorgänger Hartmut Keßler, begrüßt. „Jedoch vermisse ich die Soldaten“, bedauerte Götze den Mangel der anderen Uniformträger.

Der Bundesforst übernimmt in der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die Geländebetreuung auf den Liegenschaften des Bundes. Dies sind in erster Linie die Truppenübungsplätze, aber auch in größerem Umfang Naturschutzflächen, die in Folge des Bundesstraßenbaus entstanden sind. Vor allem bei den Natura-2000-Flächen sind besondere Naturschutzanforderungen notwendig, da diese Gebiete in einer bestimmten Form erhalten bleiben müssen. Als Leiter der baden-württembergischen Bundesforsthauptstelle ist Götze für eine Fläche von rund 20 800 Hektar zuständig.

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