Neue Drehleiter kommt auch in den Nachbargemeinden zum Einsatz

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 Stettens Bürgermeister Maik Lehn übergibt den Schlüssel an Kommandant Wolfgang Neusch. Rechts ist Pfarrer Markus Manter zu sehe
Stettens Bürgermeister Maik Lehn übergibt den Schlüssel an Kommandant Wolfgang Neusch. Rechts ist Pfarrer Markus Manter zu sehen. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Mit der Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Maik Lehn an den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Stetten, Wolfgang Neusch, und der Segnung durch Pfarrer Markus Manter ist die neue Feuerwehrdrehleiter am Sonntag offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Der Kommandant bezeichnete die Übergabe des Geräts als einen „denkwürdigen Tag, an dem ein Traum wahr geworden ist“. Denn die bisherige Drehleiter ist mit ihren 34 Jahren an ihr Leistungsmaximum gekommen und entsprach nicht mehr den Sicherheitsstandards einer Stützpunktfeuerwehr.

„Wir konnten den Brandschutz in den höheren Gebäuden nicht mehr gewährleisten“, sagte Wolfgang Neusch und hielt humorvoll fest, dass „die Fahrt mit der alten Drehleiter einen Besuch im Europapark ersetzte“. Deshalb dankte er Maik Lehn, der die Beschaffung einer neuen Drehleiter gleich zu Beginn seiner Amtszeit auf die Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt hatte.

Der Auftrag für die Drehleiter mit einer Nennrettungshöhe von 23 Metern bei einer Nennausladung von 12 Metern wurde an die Firmen Rosenbauer aus Karlsruhe sowie Barth aus Fellbach vergeben und schlägt mit rund 655 000 Euro zu Buche. Das habe den diesjährigen Haushalt „stark geprägt“, sagte der Bürgermeister „Ich freue mich, dass das Land Baden-Württemberg die nicht unbeträchtliche Investition für unsere Gemeinde mit einem Zuschuss in Höhe von 254 000 Euro unterstützt.“ Leicht getrübt werde die Förderung nur dadurch, dass gerade im Jahr der Rechnungsstellung, also in diesem Jahr, mit 14 000 Euro die kleinste Zuschussrate an die Gemeinde zurücküberwiesen werde. In den drei Folgejahren darf die Gemeinde mit jeweils weiteren 80 000 Euro rechnen.

Unumgängliche Anschaffung

„Das Beispiel zeigt einmal mehr, dass die Gemeinden stets in finanzielle Vorleistungen gehen müssen, was die Kommunen aus meiner Sicht auf Dauer an ihre finanzielle Belastungsgrenze bringt“, sagte Maik Lehn. Die Anschaffung sei aber unumgänglich geworden, denn als Stützpunktfeuerwehr diene die neue Feuerwehrdrehleiter nicht nur der Brandbekämpfung auf dem Stettener Gemeindegebiet, sondern auch in den Nachbargemeinden Schwenningen und Beuron sowie dort, wo diese im Ernstfall benötigt werde.

„Ich werte es daher als richtige und zukunftsweisende Entscheidung des Kreistags, dass dieser unsere Bemühungen sowie die hohe Investition mit einem Zuschuss des Landkreises Sigmaringen mit einem Betrag unterstützen wird“, sagte der Bürgermeister, der sich daraufhin an Kreisbrandmeister Michael Hack wandte: „Lieber Herr Hack, wir setzten da auf Sie!“ Der Kreisbrandmeister wiederum erinnerte den Bürgermeister daran, dass er, Lehn, selbst im Kreistag sitze.

Einig waren sich alle Redner darin, dass eine solche Anschaffung nicht alle Tage getätigt wird – „aber wenn durch dieses Gerät auch nur ein Menschenleben gerettet wird, hat sie sich schon bezahlt gemacht“, sagte Wolfgang Neusch.

Michael Hack sieht viel Arbeit auf die Freiwillige Feuerwehr Stetten zukommen. „80 Prozent der Einsätze mit Drehleitern sind technische Hilfeleistungen und rettungsdienstliche Unterstützung“, sagte er. Das heißt also: viel üben, um sich mit dem Gerät vertraut zu machen.

Nach der Segnung ließen sich Maik Lehn und Schwenningens Bürgermeisterin Roswitha Beck mit Kommandant Wolfgang Neusch im Drehleiterkorb in die Höhe fahren, vielleicht um Stettens Motto „Stetten – dem Himmel so nah“ nachzuspüren, aber sicher, um den Rundumblick zu genießen, der allerdings wetterbedingt getrübt war. Mit nach oben nahmen sie Pfarrer Markus Manter, damit er als neues katholisches Oberhaupt der Gemeinde seinen Wirkungskreis aus der Vogelperspektive betrachten konnte.

Bei der Drehleitereinweihung eröffneten Maik Lehn, Wolfgang Neusch und Abteilungskommandant Adolf Hafner das neu im Amtshaus eingerichtete Feuerwehrmuseum. Ein Teilbereich der sehenswerten Sammlung ist der Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes gewidmet.

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