Meßkircher Oldtimer-Teilemarkt stößt auf reges Interesse

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Susanne Grimm

Groß war das Interesse am mittlerweile schon traditionsreichen Oldtimer-Teilemarkt am Samstag vor und in der Meßkircher Stadthalle. An rund 120 Marktständen konnten Autoschrauber, Motorradfreaks und Oldtimerfreunde jeglicher Couleur nach Spezialteilen suchen und auch fündig werden. Dazu zeigte sich erstmals eine echte Frühsommersonne, die jegliche Außenaktivitäten zur reinen Freude machte.

Seit zwei Jahren organisieren Hubert Müller, Markus Haas und Ferdinand Back den Teilemarkt in eigener Regie, wie Müller sagte. „Wir haben den Teilemarkt von Marvin Hohbein übernommen, der das Event jahrelang organisiert hatte, doch leider krankheitsbedingt aufhören musste“. Da weitere Teilemärkte in er Region, darunter der in Villingen-Schwenningen, auch nicht mehr stattfinden, „konnten wir nicht zulassen, dass auch der Meßkircher Markt stirbt“, begründete Müller die Übernahme. Nicht nur deshalb war der Besucherstrom enorm. Müller schätzte die Besucherzahlen schon am Vormittag auf rund 1200. Zum großen Teil handelte es sich um Stammkunden, die von weit herkommen. „Manche Dinge und Materialien, die ein Liebhaber alter Gefährte braucht, sind nur noch auf solchen Märkten zu bekommen“.

Das bestätigten Karl Schmid aus Rickenbach und Jürgen Reisch aus Meckenbeuren. Beide sind Mitglied des Stammtisches „Oldtimerfreunde Bodensee“ und kommen regelmäßig zum Teilemarkt nach Meßkirch. Zu ihren Angeboten zählten unter anderem Oldtimer der besonderen Art, nämlich Fahrräder mit annähernd 100 Jahren auf dem Buckel, respektive auf dem Sattel. Reisch zeigte auf die Prägung der Radnabe eines der Räder, die das Herstellungsjahr 1935 aufweist: „Das ist eine Torpedo-Radnabe aus dem Hause Sachs“. Die Freunde tauschten auch andere alte Waren aus, wie beispielsweise ein abgegriffenes Plüschhuhn, das dank Batterieantrieb gackernd davon watschelt und würgende Geräusche macht, wenn man es am Hals hochhebt. Überhaupt ist Tauschen beim Teilemarkt so wichtig wie Kaufen. „Was der eine nicht verwenden kann, braucht ein anderer und umgekehrt“, sagte Reisch, „das macht einen großen Teil des Reizes aus“. So helfe man sich gegenseitig.

Auch andere Liebhaber von Gefährten vergangener Zeiten, wie Susanne und Michael Kiep aus Bischweier bei Rastatt sind fündig geworden. Sie haben eine Vespa gesucht, aber leider nicht gefunden. Dafür nahmen sie einen anderen Roller, nämlich einen Kindertretroller mit Luftbereifung mit nach Hause. Auch ein Dreirad aus Metall, auf dem etliche Kindergenerationen herumgerutscht sein mögen, gehört zu den Fundstücken des Ehepaars. Damit jedoch wollen sie nicht etwa Kinder erfreuen: „Die werden als Deko unseren Garten zum Blickfänger machen“, sgte Michael Kiep. Auch er und seine Frau kommen jedes Jahr auf den Meßkircher Teilemarkt. „Hier finden wir immer etwas!“

Auch zwei Herren aus dem schweizerischen Sankt Gallen, kommen regelmäßig zu dem Oldtimermarkt der Zimmernstadt. Stolz halten sie ein Spielzeugoldtimer aus Zinn in der Hand: So etwas finde man ganz selten. Dass das konzentrierte Suchen, Finden und Verhandeln hungrig macht, liegt auf der Hand. Doch die Organisatoren hatten vorgesorgt. Neben Deftigen hatten ihre Frauen, Großmütter, Töchter – für Süßes gesorgt. Eine gigantische Kuchentheke, die den Vergleich mit einem Konditor nicht zu scheuen brauchte, zog die Süßschnäbel an. „Wir wissen, was wir an unseren Frauen haben“, sagte Hubert Müller. „Ohne die Familie könnten wir allein das nicht stemmen“.

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