Meßkirch fördert den Campus Galli auch weiterhin

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So soll die Scheune aussehen, die im kommenden Jahr gebaut werden soll.
So soll die Scheune aussehen, die im kommenden Jahr gebaut werden soll. (Foto: Archiv: Sebastian Musolf)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Sigmaringen

Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen dass die Stadt für den Campus Galli im kommenden Jahr Fördermittel in Höhe von 143 000 Euro zur Verfügung stellt. Ferner erweitert die Stadt den Parkplatz bei der Klosterstadt für insgesamt 120 000 Euro und übernimmt eine Bürgschaft in Höhe von 145 000 Euro für einen Kredit, mit dem der Klosterstadtverein eine Toilettenleitung und zwei WC-Container finanzieren will. Insgesamt gesehen fällt aber wie vorgesehen der Zuschuss der Stadt für den Campus.

Der Geschäftsführer des Klosterbauvereins, Hannes Napierala, berichtete dem Gremium über die Fortschritte des vergangenen Jahres. „Wir haben einen aufsteigenden Trend und sind optimistisch, dass es so weiter geht. Die Zahl der Besucher hat, wie in der SZ bereits berichtet, knapp 80 000 erreicht und damit das gesteckte Ziel um gerade mal 340 Besucher verfehlt. Die Zahl der Führungen ist deutlich auf 1484 gestiegen, davon 271 öffentliche und 1271 Gruppenführungen.

Der Innenausbau der Holzkirche ist fertiggestellt und man ist in die Phase der Umsetzung des Klosterplans übergegangen. Für das kommende Jahr ist unter anderem der Beginn des Baus der großen Scheune und einer Töpferwerkstatt vorgesehen. „Mit jedem weiteren Gebäude wird der Campus Galli attraktiver“, sagt Napierala und daher planen die Verantwortlichen für 2018 mit 95 000 Besuchern. Man habe intensive Kontakte zu Busunternehmen geknüpft und breit aufgestellte Werbung gemacht. Allerdings brauche man für den erwarteten Besucherzuwachs einige Investitionen.

Dazu zählt die bereits geplante Parkplatzerweiterung. Ferner benötige man zwei weitere WC-Container, von denen einer am Nebeneingang stehen solle. Dieser wiederum benötigt eine Zu- und Abwasserleitung, an die auch spätere Einrichtungen angeschlossen werden können. Die Investitionen teilen sich in Innen- und Außenbereich des Campus. Das bedeutet, dass die Stadt für den Parkplatz aufkommt und der Campus Galli die WC-Container und die Toilettenleitung, die über einen Kredit finanziert werden soll.

Die Zuschüsse der Stadt für 2018 setzen sich aus 98 000 Euro (gegenüber 198 00 Euro 2017) für die Betriebskosten und 50 000 Euro des städtischen Eigenanteils für die ELR-Fördermittel (Leaderantrag) zusammen. Unter dem Strich belaufen sich die städtischen Zuschüsse auf 55 000 Euro weniger als im Vorjahr. Allerdings kann ein fälliger Kassenkredit in Höhe von 40 000 Euro nicht termingerecht an die Stadt zurückgezahlt werden. „Wie müssen sehen, wie es im kommenden Jahr läuft, vielleicht können wir einen Teil zurückzahlen“, sagte Napierala. Die Kosten für die Parkplatzerweiterung darf dabei nicht hinzugezählt werden, da es sich hier um eine städtische Investition handelt.

Christa Golz signalisierte seitens der CDU-Fraktion die Zustimmung zu den Plänen. „Das geht alles in die richtige Richtung“, betonte sie. Patricia Hutla (FWV) befürchtete, dass man die 40 000 Euro aus dem Kassenkredit nicht mehr wiedersehe und erinnerte daran, dass die Stadt derzeit ja auch auf Mietzahlungen verzichte. Sie hält weiter Kostensteigerungen für möglich und hätte gerne mehr Transparenz bei den Zahlen für die kommenden Jahre. Dem hielt Napierala entgegen, dass die Zahlen vorlägen, es aber immer gewisse Unsicherheiten gebe.

Ein Großsponsor könnte weiterhelfen

Thomas Nuding (FWV) schlug vor, den städtischen Zuschuss angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt von 98 000 Euro zur Hälfte in einen unbefristeten Kredit umzuwandeln. Dem hielt Bürgermeister Arne Zwick entgegen, dass es wenig sinnvoll sei, Kredite aufzubauen, die nicht zurücklaufen. Den Zuschuss zu den Betriebskosten müsse man abschreiben, bei den Investitionen hingegen würden dauerhafte Werte geschaffen. Nuding ergänzte noch, dass vielleicht ein Großsponsor gefunden werden könne und dass Kredite zurückfließen könnten. Jürgen Alber ermahnte, nicht alle Jahre wieder die gleiche Diskussion zu führen. Man dürfe Investitionen und Zuschüsse nicht vermischen, sonst entstehe eine falsche Darstellung.

Hannes Napierala gab abschließend zu bedenken: „Es ist ja nicht so, dass wir hier unserem Hobby fröhnen. Wir machen das für Meßkirch und die Regionalentwicklung.“ Daraus hätten sich auch schon zusätzlich touristische Umsätze ergeben. Die Abstimmung ergab dann zwei Gegenstimmen bei den Zuschüssen für die Betriebskosten und jeweils eine Gegenstimme bei der Bürgschaft für den Investitionskredit und dem Ausbau des Parkplatzes.

Die Ochsen sind geschlachtet

Was in der Öffentlichkeit bislang noch nicht bekannt gegeben wurde: Die beiden Ochsen des Campus Galli sind beim Schlachter geendet. Das bestätigte Geschäftsführer Hannes Napierala auf Nachfrage von Patricia Hutla. Die Ochsen hätten ein Sicherheitsrisiko für Besucher und Mitarbeiter dargestellt, da sie zu spät trainiert wurden und überdies eine falsche Rasse gewesen seien. Diese Rasse neige zu Fehlverhalten, habe sich losgerissen und den Mitarbeitern Prellungen verpasst. Sie seien auch zu alt gewesen, um sie zu einem Metzger zu geben. Aber der Campus Galli sei nun mal kein Streichelzoo, die Ochsen seien Nutztiere gewesen Ein Landwirt hätte genauso gehandelt. Nun müsse man halt mit anderen Tieren von vorne anfangen.

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